Interview mit Nationalspieler Patrick Hager (Kölner Haie)

Patrick Hager Kec(Interview) Patrick Hager spielt seit Beginn der Saison 2015/2016 für die Kölner Haie. Sein Wechsel vom ERC Ingolstadt wurde schon bereits während der letzten Saison im November 2014 bekannt. Bis 2018 läuft der Vertrag beim KEC. Neben Ryan Jones ist Hager der zweite Assistenz-Kapitän.

 

Geboren wurde der 1,78 große Stürmer am 8. September 1988 in Stuttgart. Er konnte bereits vor seinem Start beim KEC 389 Spiele in der DEL bestreiten und erzielte 82 Tore und 101 Vorlagen. Von 2003 bis 2007 spielte Hager für die Starbulls Rosenheim, 2006 erhielt er einen Vertrag bei den Krefeld Pinguinen, die ihn zunächst mit einer Förderlizenz noch für Rosenheim spielen ließen. 2007 bis 2012 spielte Hager dann für den DEL Club. Im Jahr 2012 kam der Wechsel zum ERC Ingolstadt. Dort holte der Linksschütze in der Saison 2013/2014 mit der Mannschaft unter Trainer Niklas Sundbald die Meisterschaft. In der Folgesaison den Vizemeistertitel.

 

Der Nationalspieler Hager bestritt im Jahr 2006 mit der Nationalmannschaft die U-18 Weltmeisterschaft. Seit 2008 gehört er zum erweiterten Kader der deutschen Nationalmannschaft. 88 Länderspiele stehen hierbei auf seinem Konto. Im November 2014 gewann Hager mit der Nationalmannschaft den Deutschland Cup.

 



 

eishockey-online.com Reporterin Sabrina Tesch hat sich mit dem sympatischen "Neukölner" Patrick Hager zu einem Interview getroffen.

 

 

Patrick, erstmal wie gefällt es Dir in Köln? Das Rheinland ist Dir ja durch Deine Zeit in Krefeld nicht unbekannt. Die Umgewöhnung war a wahrscheinlich nicht so schwierig.

 

Patrick: So, gefällt’s mir gut bisher. Also, wir haben natürlich seitdem ich Köln bin nicht so viel frei gehabt um jetzt extrem auf Sightseeing gehen zu können. Aber das Wichtigste, sag ich jetzt mal, ist, dass man sich in der Stadt wohl fühlt, dass man ein schönes Zuhause hat. Für mich ist vor allem wichtig, dass meine Frau und meine Kinder sich hier wohlfühlen.

 

Das hat bisher alles problemlos funktioniert. Die Große geht mittlerweile in den Kindergarten und hat da die Eingewöhnungszeit problemlos überstanden. Dementsprechend  sind wir eigentlich ganz froh, dass das auch funktioniert hat und so haben wir in unseren Alltag jetzt gefunden. Ich bin im Spielrhythmus, Freitags und Sonntags spielen und die Kleine geht in den Kindergarten unter der Woche und hat dann ihre Freizeitbeschäftigungen auch noch.  Also, ich würde sagen, dass wir in Köln angekommen sind.

 

 

 

Was waren die Beweggründe für Dich zu den Haien zu wechseln? Dein Wechsel erfolgte ja zu einem sehr frühen Zeitpunkt, bereits während der Saison 2014/2015. Im November 2014 wurde es bekannt.

 

Patrick: Es ist immer so, wenn der Vertrag ausläuft bei der Mannschaft, dann fängt man an Gespräche, als aller erstes natürlich mit dem damaligen Arbeitgeber, zu führen. Und natürlich kommen dann auch nach und nach die Interessen anderer Mannschaften. Damals als der Schritt nach Ingolstadt anstand, war Köln schon sehr interessiert. Damals habe ich mich für Ingolstadt entschieden und jetzt war relativ früh von Kölner Seite wieder das Interesse da und dementsprechend war es dann für uns eine Diskussion zu Hause, ob wir einfach den Schritt jetzt wagen in eine Großstadt zu gehen oder ob wir längerfristig in Bayern oder im Süden bleiben wollen.

 

Nachdem dann auch von meiner Frau die positiven Signale gekommen sind, einfach noch mal etwas auszuprobieren und ich selber auch den Wunsch hatte, etwas neues Sportliches zu erleben, einfach in einer Großstadt spielen zu können, kam die Entscheidung. Köln ist natürlich eine Marke, mit der größten Halle in Deutschland und dementsprechend auch der Fanbase, die dahinter steht, alles ein bisschen größer als es in Ingolstadt war. Das war eine Herausforderung, die ich gesucht habe und nachdem einfach die Gespräche so früh so positiv waren, hat man sich auch relativ schnell geeinigt und es gar nicht unnötig nicht in die Länge gezogen. Und deswegen ist das Ganze so früh über die Bühne gegangen.

 

 

 

Wie gefällt dir die Stimmung in Köln?

 

Patrick: Ich hab ja die Halle in den Finalserien erlebt, als sie ausverkauft war, oder auch bei der WM, als sie ausverkauft war. Und jetzt auch zum Eröffnungsspiel. Das ist einfach super, wenn 18.000 Leute in der Halle sind und dich nach vorne peitschen. Wie gesagt, ich wusste, was mich hier erwartet und auf was ich mich freuen kann. Klar, ist es natürlich anders herum genau so, wenn man ein Wochenende hat, an dem wir zweimal verloren haben. Dann sind wesentlich mehr Leute da, die es interessiert, wenn wir mal schlechter spielen. Damit müssen wir umgehen können und ich denke, dass wir das bisher ganz gut gemacht haben.

 

 

 

Die Kölner Fans sind ja auch auswärts immer gut dabei. Ist dir das schon einmal aufgefallen?

 

Patrick: Ich glaube im Allgemeinen, dass wir in ganz Deutschland sehr reiselustige Fans haben und Köln natürlich logistisch auch sehr günstig liegt, wo sehr viele Spiele in einem Radius, sag ich jetzt mal, von vier Stunden liegen, wo man an Spieltagen vor allem Sonntags gut hinfahren kann und nach Hause kommt. Natürlich haben wir genug Leute hier in Köln, die eben auch den Aufwand auf sich nehmen. Das ist als Spieler schon super, wenn man auswärts auch die Unterstützung bekommt.

 

 

 

Wie gefällt dir Kölsch, also der Dialekt? Kannst du es verstehen?

 

Patrick: Ich muss ehrlich sagen, bis auf die Kölschen Lieder habe ich mit Kölsch direkt noch nicht viel zu tun. In der Kabine ab und zu. Der Knete (Anmerkung der Redaktion: Michael Schulten, Physiotherapeut der Kölner Haie) ist noch einer der Wenigen, der ab und zu nochmal so spricht. Aber im Großen und Ganzen in der Stadt selber, beim Kaffee trinken oder so, wenn man links und rechts hinhört, hört man es relativ selten, muss ich sagen. Vielleicht die alten Taxifahrer. Bis jetzt ist es mir noch nicht aufgefallen. Sagen wir es mal so.

Es ist wie mit dem Bayrischen auch, ich denke, man versteht es, in der Hinsicht um was es geht, aber jedes einzelne Wort, glaub ich, ist schwer zu verstehen. Den Sinn aber versteht man schon.

 

 


Wie läuft es mit dem Team und Deinen neuen Mitspielern? Wie ist die Stimmung in der Mannschaft, in der letzten Saison spürte man, dass es da auf den Eis nicht recht funktionierte?

 

Patrick: Ich denke, dass wir bis jetzt zufrieden sein können. Die Stimmung ist gut. Bis auf das eine Wochenende, wo wir auch gut gespielt haben, aber halt einfach nicht das Resultat bekommen haben, das wir vielleicht verdient hätten. Und ansonsten, denk ich, dass wir bisher, über Vorbereitung und Saison haben wir drei Spiele verloren, das heißt ich glaube da kann man im Allgemeinen zufrieden sein. In der Tabelle stehen wir jetzt auch wieder in Schlagdistanz mit dem nächsten Wochenende vor uns, wo wie hoffentlich Boden gut machen können und noch weiter nach oben kommen.

 

Und dementsprechend ist die Stimmung in der Mannschaft super. Charakterlich haben wir in der Vorbereitung, wo wir uns kennenlernt haben, haben wir schon alle gemerkt, dass wir eine richtig gute Truppe zusammen haben. Und jetzt gilt es einfach von Woche zu Woche zu arbeiten und einfach im Endeffekt immer besser zu werden.

 

Für mich ist es immer schwer zu sagen, weil ich neu hier bin. Ich hatte auch schon die Erfahrung mal ein Jahr zu haben, das nicht so gut läuft. Ich hatte jetzt Glück gehabt, dass wir die letzten zwei Jahre sehr erfolgreich waren in den Mannschaften, in denen ich spielte. Da spielt es sich natürlich leichter. Es ist einfach gesagt von außen, man sieht, dass es besser läuft. Es ist auch einfacher mit einem positiven Ergebnis zu arbeiten in der Woche als zu arbeiten, wenn man mit vier Niederlagen Serie startet und vielleicht unten im Keller steht.

 

Da zeigt sich   in den meisten Fällen eigentlich der richtige Charakter erst, wenn so eine kleine Negativserie kommt. Ich hoffe einfach, aufgrund unser Qualität dieses Jahr, dass wir das nicht haben werden, aber falls sie kommen wird, sind das entscheidende Phasen in der Saison, wo sich dann letztendlich der Charakter jedes Einzelnen zeigt, ob man enger zusammenrückt oder ob es anfängt zu knirschen, weil von außen der Druck kommt. Das sind die Aufgaben, die auf uns zukommen werden, hoffentlich nicht in dem Umfang wie letztes Jahr. Aber dafür arbeiten wir in der Woche immer hart auf die Wochenenden hin, dass wir dann am Wochenende positive Ergebnisse erzielen und dann die Probleme schon mal von uns weghalten.

 



 

Freust Du Dich, wieder Niklas Sundblad als Trainer zu haben?

 

Patrick: Das war auch ein Schritt, warum ich hier hin gekommen bin, weil ich wusste was mich erwartet und weil wir in Ingolstadt schon erfolgreich zusammengearbeitet haben. Dementsprechend war das auch so ein Entscheidungspunkt, weil einfach das Trainerteam identisch ist von damals. Die Jungs, die hier spielen, kenne ich zum Großteil aus der Nationalmannschaft. Das war einfach so ein Punkt, wo man sagt, da weiß man, dass man sich wohlfühlen kann im Normalfall. Und so ist es momentan auch. Dementsprechend ist alles gut.

 

 

 

Der Trainerstab der Haie hat ja aufgerüstet, es gibt einen neuen Athletiktrainer, Arne Greskowiak, ist das ein großer Vorteil?

 

Patrick: Ich denke, dass es allgemein in der Liga mittlerweile so ist, dass fast jede Mannschaft in gewisser Weise einen Fitness- oder Athletiktrainer bei der Mannschaft hat. Der Sport im Allgemeinen ist athletischer geworden in den letzten Jahren. Nicht nur das Eishockey, allgemein der Profisport. Egal wo man hinschaut, sind einfach diese Punkte immer mehr in den Fokus gerückt über Athletik noch mehr Prozente herauszuholen. Da sind wir froh, dass wir da den Arne haben, der bringt da frischen Wind hinten in den Kraftraum rein, auch abwechslungsreiche Programme, vor allem in der Vorbereitung. Deswegen sind wir froh, dass er da ist.

 

 

 

Natürlich kommt jetzt auch die Frage, was Deine Ziele bei den Haien sind?

 

Patrick: Im Eishockey kommt auf die Frage im Endeffekt auch die gleiche Antwort. Bei mir noch eher, weil ich die Erfahrung gemacht hab, von Platz neun Meister zu werden. Deswegen das Einzige was zählt, ist gesund durch die Saison zu kommen und in den Playoff Rängen zu sein. Alles andere ist nebensächlich. Ob du jetzt auf Platz eins reingehst oder auf Platz zehn reingehst, spielt keine Rolle.

 

Du musst dann im März zum Punkt hin topfit sein. Der einzige Unterschied, der sich dabei ergibt, ist, dass wenn du zwischen eins und vier das ganze Jahr stehst, hast du Ruhe im Umfeld und kannst in Ruhe arbeiten, weil alle happy sind, als wenn du das ganze Jahr zwischen Platz sieben und zehn um die Playoffs kämpfen musst. Aber wenn du dann von Platz sieben oder zehn den Lauf am Schluss kriegst, sind am Schluss alle happy, wenn du von eins bis vier startest und am Ende im Halb- oder auch Viertelfinale rausfliegst, sind dann alle sauer. Deswegen ist für uns das Ziel natürlich die maximale Platzierung rauszuholen, sprich die Top sechs mit direkter Playoffqualififikation, das wäre natürlich das Optimum, um frühzeitig da einfach die Ruhe zu haben und planen zu können. Alles andere ist nebensächlich.

 

 

 

 

Gibt es etwas, was du gerne den Fans sagen würdest?

 

Patrick: Sie sollen uns weiter so unterstützen wie sie es bisher gemacht haben. Und der ein oder andere, der vielleicht noch vom letzten Jahr noch überlegt in die Halle zu kommen oder nicht, glaub ich, sollte sich schleunigst ein Ticket holen. Denn ich denke, es lohnt sich uns spielen zu sehen. Ich glaube, dass wir bisher den Fans Freude bereitet haben und das wollen wir natürlich weiter machen.

 

 

 

Wenn Du nicht Eishockeyprofi geworden wärst – was hättest Du dann gemacht?


Patrick: Boah, das ist eine gute Frage. Fussballprofi (lacht). Bei Bayern würde ich jetzt auch jedes Spiel mindestens eins schießen (lacht noch mehr). Ne, keine Ahnung, das ist schwer zu sagen, weil einfach der Weg so früh in die Richtung gegangen ist, mit 17/18 dann nach Krefeld zu gehen und Profi zu werden. Ich denke mit Sicherheit, ich hab mein Fachabitur noch zu Hause gemacht, das heißt danach wär normalerweise bestimmt irgendein Studium angestanden oder irgendwas.

 

Aber in welche Richtung das gegangen wäre, ob das im Wirtschaftsbereich gewesen wär oder ob ich doch eher in den Sport gegangen wär, schwer zu sagen. Früher habe ich mir vorstellen können vielleicht Lehrer zu werden, aber wie gesagt, nachdem dann der Fokus recht früh zum Eishockey ging, ist es jetzt schwer zu sagen, was ich jetzt wäre. Die Frage, was ich später mache, die stelle ich mir natürlich und das kommt auch die nächsten Jahre auf mich zu. Aber was ich jetzt wäre, schwer zu sagen.

 

 

 


Du hast auch Internationales Management studiert.

 

Patrick: Das war zu zeitintensiv. Leider nicht zu verbinden, da kamen immer mehr Präsenzphasen und das war in der Zeit in Ingolstadt in Ansbach, das war auch mit den Kids schwer zu verbinden.

 

 

 

Welches, war Dein bislang sportlich größtes Erlebnis?


Patrick:
Auf Clubebene die Meisterschaft natürlich. Auf internationaler Ebene die Heim-WM, die wir auch hier in Köln hatten, wo wir bis ins Halbfinale gekommen sind und nur 2:1 knapp gegen die Russen verloren haben. Dementsprechend waren das so die Highlights. Komischerweise alle beide in Köln.

 

 

 

Ich würde das als Schicksal bezeichnen.

 

Patrick: Ja, ich hoffe, wir können da die nächsten drei Jahre ein paar Schicksale hinzufügen.

 

 

 

5 Kurzfragen

 

Kölsch oder Weißbier? Weißbier (sehr überzeugt), Kölsch ist ganz lecker, aber die Wurzeln sind im Süden.

 

Lieblingsgericht? Mein Lieblingsgericht ist… Boah, wow… Ich ess alles gern, ich mag Sushi gern und die Bayrische Küche.. Im Endeffekt kannst du schreiben, was du willst. Außer Innereien oder so was.

 

Was kannst du gar nicht leiden? Unehrlichkeit.

 

Lieblingsmusik? Einfach die Charts, Radiomusik.

 

Was magst du am meisten? Zeit mit meiner Familie zu verbringen.

 

 


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