Interview mit dem Ex-Nationalspieler Lassse Kopitz (Schiedsrichter)

(Interview) Lasse Kopitz wurde in Berlin geboren und begann seine Eishockeykarriere beim Berliner Schlittschuhclub und dem BSC Preussen, ehe der Verteidiger 1997 als Juniorenspieler nach Schweden wechselte und bei Färjestad BK schwedischer Juniorenmeister wurde.



Im Jahr 1999 war seine erste Station als Eishockeyprofi bei den Krefeld Pinguinen in der DEL. In diesem Jahr spielte er aber überwiegend mit Förderlizenz für den damaligen Oberligisten EV Duisburg. Die erste vollständige DEL Saison absolvierte der gebürtige Berliner dann bei den Revierlöwen Oberhausen 2001/2002. Danach schloß er sich für ein Jahr den Iserlohn Roosters an, bevor er zu den Nürnberg Ice Tigers wechselte und in diesem Jahr zu den Top-Verteidigern der DEL avancierte und auch zum Nationaspieler wurde.



Zwei Jahre später wechselte Lasse Kopitz zu den Grizzly Adams Wolfsburg, jedoch mussten diese den Gang in dei 2. Bundesliga antreten, so dass Lasse bei den Kölner Haien für eine Saison unterschrieb. Zur Saison 2007/2008 zog es Kopitz zu den Frankfurt Lions für die er zwei Jahre lang in der DEL auf dem Eis stand. 2010 kehrte Lasse Kopitz dann ins Sauerland zurück und beendete dort im Jahr 2014 seine Karriere.

 

Für die Deutsche Eishockey Nationalmannschaft nahm Lasse Kopitz an zwei Weltmeisterschaften und den Olympischen Spielen in Turin teil.

 



 

eishockey-online.com hat sich mit dem Ex-Nationalspieler Lasse Kopitz, der seit 2014 als Schiedsrichter aktiv ist unterhalten.

 

Lasse, wie geht es Dir? Du hast im zarten Eishockeyalter von 34 Deine aktive Karriere beendet und bist zu den Schiedsrichtern gewechselt. Wie kam es dazu?

Lasse Kopitz: Nach 16 Jahren als Eishockeyprofi in der DEL hatte ich einfach gefühlt, dass ich alles (bis auf einen Meistertitel) erreicht habe und es jetzt Zeit für etwas anderes ist und diese neue Herausforderung als Schiedsrichter wurde dann bewusst von mir in Angriff genommen.

 

 

Wie wird man eigentlich Schiedsrichter. Hat man da als Ex-Eishockeyprofi Vorteile?

Lasse Kopitz: Ich wurde vor mehreren Jahren von Gerd Müller angesprochen, dass wenn ich irgendwann nicht mehr Eishockeyspielen möchte, mir mal Gedanken über den Schiedsrichterdienst machen soll. Darüber habe ich länger nachgedacht und dann kam der Zeitpunkt und die Entscheidung, dass ich Schiedsrichter werden möchte. Ich habe meine Leben lang mit dem Eishockey zu tun und habe als Spieler viele Spiele erlebt und somit habe ich auf dem Eis schon sehr viel gesehen, das bringt mir sicherlich Vorteile auch für den Schiedsrichterdienst.

 

Wie viele Spiele hast Du seit 2014 als Schiedsrichter bereits geleitet?

Lasse Kopitz: Ich habe im LEV knapp über 65 Spiele geleitet. Im ersten Jahr fängt man vom Bambini -Turnier über den Nachwuchs an und dann bin ich seit letztem Jahr als Hauptschiedsrichter in der Oberliga im Einsatz.

 

 

Welche Ziele hast Du Dir als Schiedsrichter gesetzt?

Lasse Kopitz: Ich habe mir jetzt keine Zeitspanne gesetzt. Aber der Anspruch ist derselbe wie als Eishockeyprofi und werde auf jeden Fall versuchen es zum Profi Schiedsrichter zu bringen. Als Profischiedsrichter gibt es ja dann später auch noch die Möglichkeit und die Ehre vielleicht mal an einer Weltmeisterschaft oder Olympische Spiele teilzunehmen.

 

 

Wie ist das eigentlich mit Training? Gibt es da bei einem Schiedsrichter auch?

Lasse Kopitz: Ich bin Teilnehmer an dem Trainee-Programm, an dem man sich unregelmäßig jedes zweite Wochenende mit anderen Hauptschiedsrichter trifft. Es wird sich mit anderen jungen Schiedsrichtern ausgetauscht und auch erfahrene Profischiedsrichter kommen dazu. Dabei gibt es viel Videoschulung. Das ganze Programm wird von Gerd Müller durchgeführt.

 

 

Wenn Du an Deine Spielerkarriere denkst, dann gab es doch sicherlich Situationen, wo Du mit der Entscheidung des Schiedsrichters nicht einverstanden warst. Jetzt bist Du ja auf der anderen Seite. Wie ist das heute für Dich?

Lasse Kopitz: Ja (Lacht). Emotionen gehören beim Eishockey dazu und deswegen wird es auch immer Spieler geben, die eine Entscheidung nicht verstehen. Bei mir gab es natürlich auch ein paar Situationen und ich war damals aus Spielersicht davon überzeugt, dass ich Recht habe. Heute mit dem fundierten Regelwissen, ist mir bewusst, dass ich falsch gelegen habe. Ich habe mich auch schon bei einigen Schiedsrichterkollegen für mein Verhalten (Unwissen) von früher entschuldigt.

Viele Spieler kenne ich aus meiner aktiven Karriere und die versuchen natürlich mit mir mehr zu sprechen als vielleicht mit einem anderen Schiedsrichter, jedoch ist das ganze so wie bei den Spielern untereinander auch. Freundschaften hören auf dem Eis auf, da wird ganz professionell gearbeitet und miteinander umgegangen. So wird da auch als Schiedsrichter gehandhabt. Wenn man aufs Eis geht, dann gibt es nur noch zwei Mannschaften und erstmal keine Freunde mehr.

 



 

In Deiner neuen Position als Schiedsrichter kannst Du es ja eigentlich niemanden wirklich Recht machen, es gibt ja immer welche, die mit Deiner Entscheidung nicht einverstanden sind.

Lasse Kopitz: Ja, das ist für mich eine neue Situation. Ich bin aber der Meinung, dass man sein Bestes geben kann und auch muss und wenn man sich streng nach den Regeln verhält, dann lässt sich auch jede Entscheidung erklären und rechtfertigen.

 

 

Welches war Dein schönster Moment in Deiner aktiven Eishockeykarriere?

Lasse Kopitz: Das waren die Olympischen Spiele 2006 in Turin, das ist für jeden Sportler das größte bei Olympia dabei zu sein.

 

 

Welches war der Bitterste Moment in Deiner aktiven Eishockeykarriere?

Lasse Kopitz: Das war der Abstieg mit der Nationalmannschaft in die B-Gruppe.

 

 

5 Kurzfragen an Lasse Kopitz

Lieblingsessen ? Pfannkuchen
Lieblingsgetränk? Traubensaftschorle
Hobbys? Surfen (Wellenreiten)
Was kannst Du überhaupt nicht leiden? Unehrlichkeit
Bester Schiedsrichter? Das gibt es sehr viele sehr gute


 


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