Interview mit dem zweifachen Stanley Cup Sieger Colin Fraser

Colin Frazer 2015(Interview) Colin Fraser ist ein kanadischer Eishockeyprofi der in den letzten 9 Jahren in der NHL und AHL gespielt hat und zwei Mal den Stanley Cup gewann. Im Jahr 2010 mit den Chicago Blackhawks und im Jahr 2012 mit den Los Angeles Kings. Ein Jahr später war er zwar bei einem weiteren Stanley Cup Sieg in Los Angeles im Kader, jedoch verbrachte er die meiste Zeit der Saison im Farmteam den Manchester Monarchs, so dass sein Name nicht ein Drittes Mal auf dem Stanley Cup eingraviert wurde.

Das gleiche Schickschal ereilte Uwe Krupp bei seinem zweiten Stanley Cup Sieg (2002 Detroit Redwings).

Colin Fraser begann seine Karriere in der Western Hockey League und wurde beim NHL Entry Draft 2003 in der 3. Runde an 69. Position von den Philadelphia Flyers gezogen. Im Jahr 2004 wurde er für Alexei Schamnow zu den Chicaco Blackwings getauscht. Bis zum Jahr 2006 spielte er fast ausschliesslich für die Norfolk Admirals in der AHL, bevor er im Jahr 2006 sein NHL Debüt feiern durfte.

Der erste Stanleycupsieg gelang Ihm im Jahr 2010 mit den Chicago Blackhawks, daraufhin wurde er zu den Edmonton Oilers abgegeben und ein Jahr später zu den Los Angeles Kings. Mit den Los Angeles Kings gewann er im Jahr 2012 seinen zweiten Stanley Cup und stand insgesamt 85 Mal auf dem Eis.

Nachdem er in der darauffolgenden Saison fast ausschließlich im Farmteam in der AHL spielte und sein Name nicht auf dem Stanley Cup graviert wurde erhielt er keinen neuen Vertrag mehr und wurde als Free Agent von den St. Louis Blues verpflichtet, für die er allerdings nur einmal in der NHL spielte und weiter in der AHL bei den Chicago Wolves zum Einsatz kam.

Seit dieser Saison ist der Goldmedaillengewinner von 2005 (U20 - Nationalmannschaft) für die Thomas Ice Tigers in der DEL aktiv und hat einen Vertrag für ein Jahr unterschrieben.

 



 

eishockey-online.com Reporterin Birgit Eiblmaier hat sich mit dem zweifachen Stanley Cup Sieger in Nürnberg zum Interview getroffen.

 

Wie kam es zu Deiner Verpflichtung bei den Thomas Sabo Ice Tigers ?


Als ich letztes Jahr in der AHL gespielt habe, habe ich mich dazu entschlossen  in Europa zu spielen. Deshalb habe ich meinen Agenten gebeten sich umzuhören und Nürnberg hat schon sehr bald großes Interesse bekundet. Ich wusste nicht genau was mich in Deutschland erwarten würde und habe ehemalige Teamkollegen angerufen . Die Reaktionen waren durch die Bank weg positiv und von daher fiel mir die Entscheidung sehr leicht.

 


 

Wußtest Du im Vorfeld bereits schon etwas über Nürnberg ?

 

Ich muss gestehen, ich hatte vorher noch nie etwas über Nürnberg gehört und habe erstmal gegoogelt. Ich war zwar mal in Hamburg und Berlin, aber noch hier in der Gegend.  Aber ich kannte ja ein paar andere Spieler hier und ich wusste bereits dass Brandon Segal und Kurtis Forster auch bei den Ice Tigers unterschrieben hatten – das hat es mir schon einfacher gemacht.

 


Was waren Deine ersten Gedanken als Du hier angekommen bist ?


Ich war positiv überrascht über die Lebensweise hier – das ist so komplett anders als in Nord Amerika. Drüben herrscht immer und überall Hektik und Chaos und jeder ist in Eile, hier  ist alles „entspannter“ - ich habe den Eindruck dass nicht alles jetzt und sofort immer entscheiden werden muss. Spannend war es natürlich auch für mich endlich mal ohne ein Tempolimit auf der Autobahn fahren zu können (lacht ).

 


In einem anderen Interview vor wenigen Wochen hattest Du gesagt dass Du einfach nur „Glück“ hattest in zwei Mannschaften spielen zu können die dann den Stanley Cup gewonnen haben. Welcher dieser beiden Siege war für Dich „bedeutender“ ?


Klar, das „Erste Mal“ ist immer etwas besonderes – dafür trainierst und spielst Du Dein ganzes Leben lang nur um den Cup einmal in den Händen halten zu dürfen, und das war schon ein einschneidendes Erlebnis. Aber trotzdem war der Stanley Cup Gewinn mit den LA Kings sehr speziell für mich. Ganz einfach deswegen weil ich in jedem Spiel gespielt habe und dadurch hatte ich das Gefühl mehr zu diesem Sieg beigetragen zu haben. In Chicago war ich zwar die ganze Saison aber in den Play-Offs selbst kam ich nur drei- oder viermal zum Einsatz.

 


Jeder Spieler bekommt ja seinen „ Tag mit dem Cup“ - wie Du hast Du die beiden Tage jeweils verbracht ?


Das lief eigentlich beide Male ziemlich gleich ab. Du bekommst den Cup morgens und machst dann erstmal Bilder mit Frau und Kindern. Außerdem hatte ich ein Event für die Fans organisiert, es gab eine Autogrammstunde und es konnten auch Bilder mit der Trophäe gemacht werden. Das Ganze hatte auch einen wohltätigen Zweck denn es ging auch darum Spenden für ein neues Freizeitcenter in der Stadt zu sammeln. Natürlich gab es auch eine kleine Feier mit guten Freunden und Verwandten, es  wurde gegessen und getrunken und wir hatten sehr sehr viel Spaß.

 


Du trägst die #46 –  was hat es damit auf sich ?

 

Eigentlich gar nichts Spezielles.Wenn Du als „Rookie“ in der NHL ins Trainingscamp geschickt wirst wird Dir eine Nummer zugewiesen – und bei mir war das damals die #46. Genauso war es auch bei den LA Kings, nur das es da die #24 war,  und die hatte ich dann auch die letzten 4 Jahre beibehalten.Aber Webs ( Anm. : Marcus Weber ) trägt die ja schon – also habe ich dann einfach wieder die #46 gewählt.

 


Was ist das für Dich jetzt auf der größeren Eisfläche zu spielen und was denkst Du über die neue Saison ?


Ich konnte es mir nicht so genau vorstellen wie es sein würde auf einer anderen Eisfläche zu spielen – aber ich mag es. Man hat einfach mehr Zeit und mehr Platz und man kann den Puck auch länger führen, und das ist sowieso immer gut. Man spielt jedes Spiel um zu gewinnen und ich bin davon überzeugt dass wir ein gutes Team haben.  Mir wurde gesagt das das Team insgesamt „physischer“ geworden ist und das kommt meiner Spielweise natürlich sehr zu Gute.

 



 

Viele Spieler haben ja eine Art Ritual vor jedem Spiel – was hast Du für Eine ?


Eigentlich gar nichts Besonderes. Ich versuche wie jeden Tag alles gleich zu machen.

 


2005 hast Du eine Auszeichung für spezielle humanitäre Dienste bekommen – wie kam es denn dazu ?


Ich war immer noch ein Nachwuchsspieler und wir haben Sachen gemacht wie Krankenhausbesuche, haben in der Grundschule Bücher vorgelesen oder haben mit Kindern zusammen trainiert. Gemeinsam mit der Polizei waren wir aber auch in älteren Klassen und haben vor Drogen gewarnt. Der Verein schlägt Dich der Liga vor und die wählen dann einen Kandidaten aus. Diese Auszeichnung bedeutet mir auch immer noch sehr viel.

 


Was wäre aus Dir geworden wenn Du kein Profi Eishockeyspieler geworden wärst ?

 

Puh, schwierig ! Man hat ja immer viel im Kopf – aber je älter man wird desto schwieriger wird es auch gewisse Dinge zu verändern. Ich wollte eigentlich immer Lehrer werden denn ich mag Kinder sehr gern. Vermutlich wäre ich Sportlehrer oder Fitnesstrainer geworden sonst. Da hätte ich Beides vereinen können : Sport und Kinder.


 

Wie sieht es denn mit Deinem Deutsch aus ?


Ich kann noch nicht sehr viel mehr als „Bitte“ und „Danke“  - aber ich bin auch noch am Lernen.Aber ich verspreche, sollte mein Vertrag verlängert werden, werde ich Deutsch Unterrricht nehmen !

 


Eine Frage zum Schluß noch : Angenommen, Du dürftest die Musik in der Umkleidekabine aussuchen, für welche Musik würdest Du dich entscheiden ?


Schon wieder eine schwierige Frage ( lacht ).Ich höre eigentlich gar nicht soviel Musik. Ich mag Country Musik ganz gerne.Aber was ich aussuchen würde – keine Ahnung.

 


Vielen Dank für das Interview Colin ! Wir wünschen Dir und den Ice Tigers eine erfolgreiche Saison !

 


Hier geht es zu den weiteren Interviews von eishockey-online.com

Tabellen

Eho Austria

Dcup

Eishockeybilder

Transfers

 

Aktuelle Interviews

/modules/mod_raxo_allmode/tools/tb.php?src=%2Fimages%2Falle_clubs_spielfotos%2FHamburg_crocodiles%2F2017_2018%2FKF-K_Kristian_N_Martens.jpg&w=125&h=125&zc=1
20. August 2017

Interview mit Kai Kristian und Norman Martens von den Crocodiles Hamburg

(Interview) (Karsten Freese) In der Sommerpause war es relativ still bei den Crocodiles Hamburg doch dann ging es Schlag auf Schlag: Ausgliederung… mehr dazu...
/modules/mod_raxo_allmode/tools/tb.php?src=%2Fimages%2Falle_clubs_spielfotos%2FMuenchen%2F2017_2018%2Fhager_patrick_GEPA_full_36758_GEPA-06081776075.jpg&w=125&h=125&zc=1
17. August 2017

Interview mit Patrick Hager vom deutschen Meister EHC Red Bull München

(Interview) (Christoph Schneider) Patrick Hager ist nach zwei Jahren bei den Kölner Haien in diesem Sommer zum Meisterschaftsfavoriten und… mehr dazu...
/modules/mod_raxo_allmode/tools/tb.php?src=%2Fimages%2Falle_clubs_spielfotos%2Ftoelz%2F2017_2018%2Fmarcel_rodman_toelz_13082017_2.jpg&w=125&h=125&zc=1
14. August 2017

Interview mit slowenischen Nationalspieler Marcel Rodman (DEL2/Tölzer Löwen)

(Interview) (Christian Diepold) Marcel Rodman ist zusammen mit seinem Bruder David Rodman seit über 14 Jahren eine feste Größe in der slowenischen… mehr dazu...
/modules/mod_raxo_allmode/tools/tb.php?src=%2Fimages%2Falle_clubs_spielfotos%2Frosenheim%2F2017_2018%2Fthomas-reichel.jpg&w=125&h=125&zc=1
11. August 2017

Interview mit Thomas Reichel von den Starbulls Rosenheim

(Interview) (Christoph Schneider) Der 18 - jährige Thomas Reichel gilt als ein großes Talente im deutschen Eishockey. Mit erst 17 Jahren wurde der… mehr dazu...

Banner Eol Deutschland2017 A

 Onlineshop

 

 

Eol Shop 300 254

https://stat2.eishockey-online.com/Openads/adview.php?clientid=13&n=ae143291

Gäste online

Aktuell sind 441 Gäste online