Interview mit Dennis Endras

Dennis Endras begann seine Eishockeykarriere in Sonthofen in der Regionalliga und wurde für den verletzten ehemaligen Nationaltorhüter Udo Döhler zu den Bayreuth Tigers geholt. In Bayreuth entwickelte er sich schnell zum Stammspieler und wurde im Jahr 2004 von den Augsburger Panther unter Vertrag genommen und mit einer Förderlizenz ausgestattet.

In seinem DEL Debüt am 16.11.2004 gegen die Hannover Scorpions konnte er gleich seinen ersten Shutout verbuchen. Endras spielte bis zum Jahr 2008 mit der Förderlizenz (Frankfurt Lions) weiterhin beim EV Landsberg und wurde im Herbst 2008 Stammtorhüter bei den Augsburger Panther. Sein größter Erfolg in Augsburg war die Vizemeisterschaft im Jahr 2010 an der er maßgeblichen Anteil daran hatte.

Nachdem Denis Endras bei der Weltmeisterschaft 2010 in Deutschland zum wertvollsten Spieler (MVP) des Turniers gewählt wurde und das Team von Bundestrainer Uwe Krupp das beste Ergebnis seit 34 Jahren erzielte, bekam der gebürtige Allgäuer die Chance durch einen zwei Jahresvertrag der Minnesota Wild den Sprung in die NHL zu wagen.

Zur Saison 2011/2012 wechselte Dennis dann nach Minnesota und nahm an der Vorbereitung zur NHL Saison teil, wo er sich leider nicht durchsetzen konnten und so im Farmteam den Houston Aeros (AHL) spielen sollte. In der American Hockey League kam Endras nur auf insgesamt 6 Einsätze und bat frühzeitig nach Europa getraded zu werden.

Daraufhin kam ein Wechsel zu IFK Helsinki zustande für die er 31 Mal in der SM-liiga spielte bevor er von den Mannheimer Adler zurück in die DEL geholt wurde.

Mit der Nationalmannschaft nahm Dennis Endras an bisher an drei Weltmeisterschaften teil und wurde im Jahr 2010 zum besten Torhüter des Turniers gewählt und in das WM All Star Team berufen. Eine Ehrung, die bislang nur Erich Kühnhackl, Udo Kiessling, Gerd Truntschka zu Teil wurde.




Wir haben mit dem DEL-Heimkehrer vor der neuen Saison ein Interview geführt.


Willkommen zurück in Deutschland ! Erzähl uns doch ein bisschen etwas über Deine Eindrücke in den USA und über Helsinki.

Dennis: Das NHL Camp im September war eine coole Erfahrung, doch leider durfte ich da nicht bleiben und musste weiter nach Houston. In Houston war alles sehr schwierig für uns. Nichts war richtig organisiert, kein Handy, keine Wohnung kein Auto, wir mussten uns gleich um alles selbst kümmern, ohne dass wir vom Verein hier die notwendige Unterstützung bekamen. Nach den Startschwierigkeiten hatten wir dies alles gemeistert, jedoch sportlich ist es nicht so gelaufen wie ich das gerne gehabt hätte und so bat ich frühzeitig, dass man mich nach Europa traded. Ein paar Tage später war ich dann nach einem 20-stündigen Flug in Helsinki. Musste aber vorher noch einen Nachmieter finden, das Auto verkaufen und alles selbst abwickeln. Das war vielleicht ein Stress.

In Helsinki war dann alles ganz anders, da hatte auf uns schon alles gewartet (Auto, Wohnung, etc.). Helsinki war sehr professionell auf und neben dem Eis und auch die Qualität der Liga war sehr gut, technisch und läuferisch sehr stark.



Ist Deine Rückkehr nach Deutschland mit Enttäuschung verbunden ?

Dennis: Natürlich bin ich enttäuscht, da ich immer spielen möchte und es in der NHL/AHL nicht funktioniert hat, dafür war aber die Erfahrung in Helsinki einfach Klasse. Ich bin jetzt aber sehr froh darüber wieder in Deutschland zu sein und dass ich die Möglichkeit habe mit den Adler Mannheim um den Titel zu spielen.


Bist Du vertraglich noch an Minnesota gebunden ?

Dennis: Minnesota hatte mir für das kommende Jahr noch ein Angebot unterbreitet welches ich allerdings abgelehnt habe. Sie besitzen zwar noch die Rechte an mir und könnten diese Rechte auch verkaufen, allerdings müsste sich dann auch ein neuer Verein mit mir in Verbindung setzen und nachdem ich nicht unterschrieben habe, bin ich so in meiner Entscheidungfreiheit nicht eingeschränkt.


Hat sich für Dich als MVP der WM 2010 etwas verändert ?

Dennis: Der "Rummel" um mich, sofern man im Eishockey überhaupt davon sprechen kann ist größer geworden und mein Bekanntheitsgrad auch, da mich wesentlich mehrere Leute auf der Strasse erkennen. Mich macht das natürlich stolz, wenn kleine Spieler zu mir aufschauen. Aber ich persönlich habe mich dadurch nicht verändert.


Die letzte Weltmeisterschaft ist ja nicht erfolgreich verlaufen. Was ging Dir denn durch den Kopf als zu Deinen Schläger auf der Bank zertrümmert hast ?

Dennis: Das war überhaupt nicht lustig, man kann ja verlieren auch mal höher aber das war wirklich brutal. Ich will halt immer gewinnen und vorallem dass meine Jungs alles geben und dann war ich sehr sauer und bin halt ein bisschen ausgerastet.

Nach dem Spiel wollte man nur noch schnell weg aus dem Stadion, aber kurz nach der WM hat man das eigentlich wieder abgehakt und freut sich auf die neuen Aufgaben.
Klar denkt man noch an diese WM aber man kann ja nichts mehr ändern und so müssen wir auf die nächsten Aufgaben in der Nationalmannschaft schauen. So ist halt der Sport.


Hattest Du noch andere Angebote aus Deutschland ?

Dennis: Es gab keine konkreten und ich muss sagen, dass die Adler sich von Anfang an um mich bemüht hatten und ich bin froh darüber, dass dies so schnell über die Bühne gegangen ist. Mit Mannheim kann ich um den Titel spielen und darauf freue ich mich jetzt ganz besonders.


Du bist sehr selbstkritisch. Wie würdest Du deine Stärken und Schwächen beschreiben ?

Dennis: Also als meine Stärken würde ich sagen sind meine Reflexe und dass ich immer versuche noch irgendwie an die Scheibe zu kommen, egal mit welchem Körperteil. Ich gebe niemals auf. Ich spiele nicht den Stil der Amerikaner, sondern bin mehr so der kämpfende Goalie. Schwächen habe ich natürlich auch, aber nachdem wir kurz vor der Saison sind möchte ich diese jetzt nicht verraten (Lach).


Welches war Dein bisher größtes sportliches Erlebnis ?

Dennis: Da gab es mittlerweile sehr viele. Das Spiel auf Schalke, die Olympischen Spiele, die Playoffs mit Augsburg waren überragend. Bis jetzt hat mir meine Karriere richtig viel Spaß gemacht.


Warum trägst Du die Nummer 44 ?

Dennis: Ich hatte bei meinem ersten Spiel in Sonthofen bei den Senioren die Nummer 44 und das erste Spiel war ein Shutout und daher hatte ich bislang die Nummer nicht mehr abgegeben. Ich habe auch in Mannheim geschaut dass ich die Nummer 44 wieder bekomme.




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