Interview mit Hans Zach

Hans Zach wurde am 30. März 1949 in Bad Tölz geboren und spielte bis zum Jahr 1970 als aktiver Spieler in seiner Geburtsstadt im Nachwuchsbereich und danach im Profibereich, bis er sich für vier Jahre dem SC Riessersee anschloss. Nach einem Wechsel aus dem schönen Bayernland nach Berlin (Berliner SC) kam er im Jahr 1977 zum EV Landshut zurück wo er schnell zum Leistungsträger wurde.

Mit dem Wechsel zur Saison 1979 nach Rosenheim begannen für den flinken Stürmer die letzten Jahre als aktiver Spieler, die er 1982 mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft krönte. Im Alter von 35 Jahren beendete der "Alpenvulkan" seine Spielerkarriere.

Als Spieler stand Hans Zach in 80 Länderspielen für Deutschland auf dem Eis und schoss dabei 16 Tore und nahm am fünf Weltmeisterschaften und den Olympischen Spielen 1980 teil.

Seine Trainerlaufbahn begann Hans Zach beim SC Rosenheim als Nachwuchsstrainer. Es folgten Stationen in Ratingen (Oberliga) und in Bayreuth (2. Bundesliga) bevor er im Jahr 1990 zu der Düsseldorfer EG wechselte. Bereits im ersten Jahr konnte er als neuer Coach mit Düsseldorf die Deutsche Meisterschaft feiern. Nach einem kurzen Ausflug (1995/1996) nach Kassel kehrte Hans Zach wieder zurück an die Brehmstraße.

Im Jahr 1997 versuchte Hans Zach sein Glück in der Schweiz beim SC Zürich, doch wurde bereits nach einigen Monaten entlassen und kam für vier Jahre zurück in die DEL zu den Kassel Huskies mit denen er in dieser Zeit dreimal das DEL-Halbfinale erreichte. Nach weiteren vier Jahren bei den Kölner Haien wurde er im Jahr 2006 von den Hannover Scorpions verpflichtet, mit denen er im Jahr 2010 als erster Deutscher Trainer in der Geschichte der DEL die Meisterschaft holte. Mit diesem Erfolg zog sich der "Alpenvulkan" aus dem Eishockeygeschäft zurück.

Hans Zach war von 1998-2004 als Bundestrainer der Deutschen Nationalmannscahft tätig und führte die Mannschaft aus der B- wieder zurück in die A-Gruppe. Er erreichte drei Mal ein WM-Viertelfinale und nahm an zwei Olympischen Spiel teil. Im Jahr 2004 wurde sein Vertrag nicht verlängert.




Wir haben Hans Zach früh morgens zum Telefoninterview gebeten.



Herr Zach, wie geht es Ihnen Abseits vom aktiven Eishockeygeschehen ?

Zach: Mir geht´s sehr gut, besser kann´s eigentlich net gehen.


Was für Aktivitäten üben Sie so wöchentlich aus ?

Zach: Fischen, Berggehen, Maountainbikefahren, Rennradfahren, wenn ich noch Zeit habe dann Holzarbeiten im Wald und vorallem auch Kartenspielen mit meinen Freunden.


Wie verfolgen Sie die Geschehnisse und Problematiken um die Lizenzvergaben ? War das früher zu Bundesligazeiten besser ?

Zach: Nur am Rande über die Zeitungen und Medien, ich bin mit niemanden im engeren Kontakt wenn es um diese Art von Angelegenheiten geht. Es reden ja sowieso schon so viele Leute da mit, dass ich nicht auch noch dazu meinen Senf geben möchte. Ich habe meine Sachen gesagt als ich als Trainer offziell tätig war, aber wenn ich keine offizielle Funktion habe dann will ich mich dazu auch nicht äußern.


Wie hat sich die DEL auf das Deutsche Eishockey ausgewirkt ?

Zach: Die DEL hat für das Deutsche Eishockey schon einiges gebracht, mein Resort war als gut bezahlter Angestellter meine Trainertätigkeit und das habe ich dann auch gemacht und mich immer aus allen anderen organisatorischen Dingen rausgehalten. Für die Nachwuchsförderung ist allerdings viel zu wenig getan worden.


Wie haben Sie die Spiele der letzten Weltmeisterschaft verfolgt und wie beschreiben Sie das enttäuschende Abschneiden der Nationalmannschaft ?

Zach: Wir sind halt auch nicht besser. Wir haben nicht die Möglichkeiten, die andere Nationan haben in Punkto Nachwuchs und Trainerausbildung usw. Spiele wie gegen Norwegen und die Slowakei sind auch in der Vergangenheit immer wieder vorgekommen, so ist es nicht, ausserdem ist Norwegen auch eine gute Mannschaft. Meistens kommt es halt wieder vor, wenn man sich zuviel vornimmt und Fehler macht, dann geht´s nach hinten los.


Hätte es so eine Vorstellung während Ihrer Trainerzeit auch gegeben ?

Zach: Es ist ja so wenn man nichts zu verlieren hat, dann spielt man gut, das hat man auch während der zwei ersten Spiele gesehen und bringt als Aussenseiter gute Leistungen und danach soll mann dann gegen Norwegen das Spiel machen und auf einmal kassiert man schnell zwei Tore als Konter von den Norwegern.
Das hat es bei mir nicht gegeben, da wir halt auch gegen solche Gegner unser System gespielt haben und geduldig waren und nicht ins offene Messer gelaufen sind. Aber das ist eine Sache vom System und der Taktik, da kann ich auch nicht über Kölliker reden, da ich nicht dabei war, wie dies vorher besprochen wurde.

Aber wie gesagt, ich habe halt meinen Stil gehabt und andere Trainer haben halt einen anderen, solche Vorstellungen gab es im Deutschen Eishockey immer wieder und deshalb sollte man das auch nicht zu sehr überbewerten.



Was kann man denn als Trainer in so einem Spiel wie gegen Norwegen überhaupt noch machen ?

Zach: Schwierige Frage. Soweit ist es bei mir oft nicht gekommen, da ich im Vorfeld mit offenen Augen schon die Spieler beobachtet und schnell festgestellt habe, stimmt die Leistung, wird der Gegener nicht unterschätzt usw., das habe ich halt früh genug gesehen und auch dann gewarnt und mal längere und kürzere Ansprachen gehalten.
Dementsprechend hat dann auch auf dem Eis die Einstellung gestimmt. Dies ist halt ein wenig Fingerspitzengefühl unj des hat nicht a jeder.



Welche war für Sie die schwärzeste Stunde als Trainer ?

Zach: Für mich gab es keine schwarze Stunde. Ich bin ein Sportler und ich habe alles so hingenommen wie es passiert ist und darauf reagiert. Ich bin damals im ersten Jahr auch aus der B-Gruppe nicht aufgestiegen, waren aber geduldig und sind dann im zweiten Anlauf aufgestiegen. Aber das war kein Problem, sofort darauf ragiert, die Alten raus und Junge rein und dann hat es geklappt. Das waren Maßnahmen die ich aus den Schlüssen der ersten WM gezogen habe.
 

Was war für Sie das größte Erlebnis als Trainer?

Zach: Mei, es ist im Sport immer so, das es Höhen und Tiefen gibt. Ich bin Realist und kein Phantastiker, nicht so euphorisch wenns nach oben geht und auch nicht so niedergeschlagen wenn es nach unten geht.
Daher kann ich dies nicht sagen was das größte Erlebnis war. Es gab bei mir viele große Niederlagen und auch viele Große Siege als Bundestrainer. Da fällt mir das Viertelfinale gegen Kanada ein, das wir in der Verlängerung verloren haben oder 2002 der Erfolg über den Favoriten Slowakei mit 4:0.



Wird es Hans Zach nochmal als Bundestrainer geben ?

Zach: Die Frage beantworte ich nicht. Wenn ich das jetzt zu Ihnen sage, dann bringt das nichts und ist reine Spekulation. Sie haben ja nichts zu sagen. Das bringt nichts. Wenn mich der richtige fragt, der dies auch entscheiden kann dann werde ich sicherlich etwas dazu sagen ich bin immer ein fairer Gesprächspartner.



Herr Zach, wir möchten uns bei Ihnen für das nette Interview bedanken und wünschen Ihnen noch viel Gesundheit und Lebensfreude und warten einfach mal ab ob wir Sie nicht doch wieder hinter der Bande sehen werden.



Tabellen

Eho Austria

Dcup

Eishockeybilder

Transfers

 

Aktuelle Interviews

/modules/mod_raxo_allmode/tools/tb.php?src=%2Fimages%2Falle_clubs_spielfotos%2Ftoelz%2F2017_2018%2Fmarcel_rodman_toelz_13082017_2.jpg&w=125&h=125&zc=1
14. August. 2017

Interview mit slowenischen Nationalspieler Marcel Rodman (DEL2/Tölzer Löwen)

(Interview) (Christian Diepold) Marcel Rodman ist zusammen mit seinem Bruder David Rodman seit über 14 Jahren eine feste Größe in der slowenischen… mehr dazu...
/modules/mod_raxo_allmode/tools/tb.php?src=%2Fimages%2Falle_clubs_spielfotos%2Frosenheim%2F2017_2018%2Fthomas-reichel.jpg&w=125&h=125&zc=1
11. August. 2017

Interview mit Thomas Reichel von den Starbulls Rosenheim

(Interview) (Christoph Schneider) Der 18 - jährige Thomas Reichel gilt als ein großes Talente im deutschen Eishockey. Mit erst 17 Jahren wurde der… mehr dazu...
/modules/mod_raxo_allmode/tools/tb.php?src=%2Fimages%2Falle_clubs_spielfotos%2FKrefeld%2F2017_2018%2Fmarian_bazany_2017.jpg&w=125&h=125&zc=1
07. August. 2017

Interview mit Marian Bazany von den Krefeld Pinguinen

(Interview) (Ralph Schmitt) Lesen Sie unser aktuelles Interview mit Marian Bazany, dem neuen Co-Trainer der Krefeld Pinguine. Marian Bazany war in… mehr dazu...

Banner Eol Deutschland2017 A

News Champions Hockey League

 Onlineshop

 

 

Eol Shop 300 254

https://stat2.eishockey-online.com/Openads/adview.php?clientid=13&n=ae143291

Gäste online

Aktuell sind 723 Gäste online