Eishockeygeschichte Bad Nauheim

Entstehungsgeschichte Bad Nauheim

EC Rote Teufel Bad Nauheim

Geschichte :

Im Jahr 1946 überkam den Stadtkommandanten der Kurstadt Bad Nauheim die geniale Idee in genau 100 Tagen mit Hilfe von amerikanischen Bulldozern und ehemaligen Nationalsozialisten ein Eisstadion zu erbauen. Im „100-Tage-Stadion“, so wurde das Stadion liebevoll getauft, drängelten sich damals nach Eröffnung über 10.000 Zuschauer. Diese wollten solche Größen wie Herbert Schibukat, Herbert Ulrich oder einen Goalie Namens Lawrence Palmer, im Übrigen einen der ersten Eishockeyausländer in Deutschland, sehen. Die Bad Nauheimer Jugend war euphorisiert und in Bad Nauheim wurde das Eishockey Dank des amerikanischen Kommandanten Colonel Knight zum Volkssport. Ab dem Jahr 1967 gehörte der VfL Bad Nauheim auch zu dem Besten, was das Deutsche Eishockey zu bieten hatte.

 

Letztendlich spielte der VfL Bad Nauheim insgesamt 14 Jahre in der 1.Eishockeybundesliga (1959-1961, 1965/66 und schließlich 1968-1982). Zudem spielten jede Mende hochklassige Kufencracks in der Wetterau. Die Ur-Bad Nauheimer Rainer und Horst Philipp, Rolf Knihs, Werner Bachmann und Werner Kadow, auch Rainer Makatsch, Paul Langer und Josef Völk trugen das rotweiße Trikot. Stets waren in Bad Nauheim auch hervorragende Importe aus Übersee aktiv. So beispielsweise der schwedische Weltklassegoalie Sture Leksell, Verteidigerhühne Claire Alexander, Torjäger und spätere Trainer Bill Lochead, Wallance Olds, der Filigrantechniker Ivan Guryca, sowie Timo Sutinen (ehem. DEL-Trainer der Frankfurt Lions). Auch viele namhafte Trainer standen beim VfL Bad Nauheim in der Verantwortung. Unter dem Tschechen Ladislav Olejnik wurde der VfL Bad Nauheim im Jahr 1974 sogar Dritter der deutschen Eishockeymeisterschaft, eine Platzierung die der VfL Bad Nauheim danach nicht mehr erreichen konnte. Aufgrund diesem Vorkommnis kam es in der Wetterau zum großen Knall. Der VfL Bad Nauheim ging wie viele andere Vereine in die Pleite. Ein Jahr zuvor hatten einige Hobbyspieler den EC Bad Nauheim gegründet und da auch der EC Bad Nauheim die gleichen rot-weißen Vereinsfarben trug, konnte der vollständige VfL Bad Nauheim zum EC Bad Nauheim hinüber wechseln.


Die Wiederauferstehung des Bad Nauheimer Eishockeys folgte im Sauseschritt. Schon 1983 standen die Hessen im Endspiel um die deutsche Oberligameisterschaft, und ein Jahr später spielte der EC Bad Nauheim wieder in der 2.Eishockeybnudesliga. Der unerwartete sportliche Höhenflug verleitete jedoch die Verantwortlichen indes zum Übermut. Finanziell gesehen ging es dem EC Bad Nauheim immer schlecht, obwohl man zu Zweitligazeiten ständig einen Zuschauerschnitt von gut 3.000 Zuschauern verzeichnen konnte. Unter diesen Voraussetzungen wäre dem damaligen Trainer Ricki Alexander in der Spielzeit 1988/1989 beinahe die unglaubliche Sensation gelungen. Nur ein Pünktchen fehlte den Hessen um Spieler wie Gregory Evtushevski, Ehrhardt, Gordon Blumenstein und Co. Zum Aufstieg in die 1.Eishockeybundesliga. Zwei Jahre später im Jahr 1991 war das erneute Chaos in der Wetterau wieder perfekt.



 


 

 

Mit Ricki Alexander hatten viele Spieler den EC Bad Nauheim verlassen und die wirtschaftliche Situation eskalierte. Der erneute Konkurs konnte wieder nicht verhindert werden. Damit schien das Eishockey in Bad Nauheim völlig am Ende. Doch ein sehr hartnäckiger Konkursverwalter hielt durch und konnte das Eishockey in der Wetterau erhalten. Dann tauchte plötzlich im April 1993 Norbert Metzler in der Wetterau auf. Der Jungunternehmer zahlte tatsächlich und ohne Motivation die fehlenden 690.000 DM und ermöglichte dem EC Bad Nauheim einen Neuanfang. Diesmal musste der inzwischen 600 Mitglieder starke EC Bad Nauheim nicht in der untersten Liga anfangen, denn Norbert Metzler hatte mit seinem unglaublichen Akt die Freistellung des Spielbetriebes erreicht. Der EC Bad Nauheim entwickelte sich in den nächsten Jahren zu einem angesehenen Mitglied der 2.Eishockeybundesliga. Sportlich gesehen erreichte man stets die Meisterschafts-Play-Off Runde. Es folgten weitere gute Jahre in der Wetterau ohne jegliche Schlagzeilen. Nach Abschluss der Spielzeit 2002/2003 platzte aber erneut eine Bombe in Sachen finanzieller Ebene.

 

Der EC Bad Nauheim hatte erneut wieder über seine Verhältnisse gelebt und zog sich freiwillig, sonst hätte es einen Lizenzentzug durch den Deutschen-Eishockey-Bund e.V. gegeben vom Spielbetrieb der 2.Eishockeybundesliga zurück und startete in der Spielzeit 2003/2004 einen Neuanfang in der Hessenliga, wo der EC Bad Nauheim in ein völlig Chaos versank. Letztendlich musste der EC Bad Nauheim erneut die Segel streichen und in die Insolvenz gehen. Der EC Bad Nauheim verschwand völlig von der deutschen Eishockeylandkarte. Um das Eishockey in der Wetterau erneut nicht völlig zum Versiegen zu bringen, wurden nun die Roten Teufel Bad Nauheim gegründet. Die Roten Teufel Bad Nauheim starteten in der Hessenliga. Zuerst mit Erfolg, denn man schaffte in der Spielzeit 2004/2005 die erfolgreiche Rückkehr in die bundesweite Oberliga. Der Verbleib der Kurstädter wurde jedoch lediglich zu einem einjährigen Intermezzo.

 

Man stieg sang und klanglos wieder in die Hessenliga ab. In dieser beseitigten die Roten Teufel Bad Nauheim fortan alles, was sich den Wetterauern in deren Weg stellte und letztendlich wurde der EC Bad Nauheim mit 83 Punkten und 26 Punkten Vorsprung auf die Young Lions Frankfurt Hessenmeister. Somit spielen die Roten Teufel Bad Nauheim wieder im deutschen Profieishockey, wenn auch vorerst nur in der eingleisigen Oberliga.

 

 

bisherige Logos in Bad Nauheim :

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