Eisbären Berlin siegen zum 6. Mal auswärts mit einem deutlichen 2:6 bei den Nürnberg Ice Tigers und kommen dem Ligarekord immer näher

 

PENNY-DEL (Nürnberg/HG)  In der Arena Nürnberger Versicherung empfingen die Ice Tigers heute den amtierenden deutschen Meister aus Berlin, der bis dato alle seine Partien in der Fremde für sich entscheiden konnte. Nürnberg war gewarnt und setzte auf seine Heimstärke, die sich in den beiden letzten bayerischen Derbys zugunsten der Franken ausgezahlt hatte. Welche Serie würde heute reißen? Schließlich verbuchten die Eisbären Berlin mit 6 zu 2 ihren 6. Sieg in Folge auf fremdem Terrain. Damit kamen sie der Rekordmarke der Adler Mannheim verdächtig nahe.

 

 

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(Foto: Birgit Eiblmaier)

 


Die Nürnberg Ice Tigers wirkten in den letzten beiden Wochen weitaus gefestigter als zum Saisonauftakt, was definitiv mit dem positiven Einfluss ihres Sportdirektors Stefan Ustorf zusammenhängt, der nun hinter der Bande zusammen mit Headcoach Kofler das Zepter schwingt. Einsatz gepaart mit Leidenschaft sind rechtzeitig zurückgekehrt ins Frankenland und mit dieser erfolgreichen Mischung wollte man heute Abend auch den Champion aus Berlin gehörig ärgern. Pikante Randnotiz: Jake Ustorf, der Sohn des Nürnberger Sportdirektors, läuft heute erstmals nach seiner Verpflichtung aus Freiburg für die Hausherren auf. Mit bereits 85 DEL2 Einsätzen brachte der Sprössling schon reichlich Erfahrung mit aufs Eis. Den heutigen Gegner kannte er bereits sehr gut, verbrachte er ja dort 8 wertvolle Jahre mit 3 Titeln.

 

Kofler: “Die Aufgabenverteilung ist wie vorher: ich bin weiter für das komplette Videostudium zuständig, für den Wechsel der Verteidiger, wir organisieren das Training zusammen. An der Bande sind wir auch sehr dynamisch unterwegs. Einen neuen Coach gibt es aber noch nicht trotz mehrerer Kandidaten. Stefan (Ustorf) wird sicher die richtige Entscheidung treffen. Meine Zeit wird irgendwann kommen. Erfahrung ist in der Liga sehr wichtig.

 

Ich möchte noch weiter lernen und besser werden. Mein Ziel ist Head Coach in dieser Liga in den nächsten Jahren zu werden. Der Trainerwechsel war ein Weckruf für das Team. Ich möchte dem Frank (Fischöder) meinen großen Dank aussprechen, denn er war der erste Gratulant nach den beiden Siegen; das zeugt von seinem tollen Charakter.”

 

Berlin avancierte zum Schrecken in ihren Auswärtsbegegnungen, welche sie allesamt erfolgreich gestalteten.  White, Boychuk und Veilleux waren in Bietigheim on Fire und legten den Grundstein für den Sieg. Der deutsche Meister schielte auf Platz 3 der Tabelle und wollte sein „on the road Erfolgsgen“ erneut ausspielen, um den nächsten Triumph vor fremdem Publikum zu feiern.

 

Tuomie: “Der Sieg in der CHL ist von großem Wert. Wir haben sehr gut gespielt, alles gut umgesetzt. Es war ein Confidence Muster mit 6 Toren. Es gibt kein Geheimnis für unsere Auswärtsstärke, wir haben eine Road Mentality, physisch und hart zu spielen. Primär wollen wir heute Abend gewinnen. In den letzten Spielen fand ich mich gut zurecht trotz fehlender Vorbereitung. Solange ich gut defensiv agiere, klappt es bestimmt auch bald vorne. Jeder steuert zum Sieg bei, ob es ein Check oder ein Block ist. Ich bin froh über meine Rolle in der Mannschaft.”

 

Nach nur 36 Sekunden schlugen die Eisbären sofort wieder zu in Person von Byron, nachdem die Nürnberger beim ersten Vorstoß scheiterten. Das war ein Auftakt nach Maß!  Nürnberg musste sich verständlicherweise etwas schütteln und kam dann auch besser in Schwung. Insbesondere ihr Goalgetter Sheehy kam schon bald auf Betriebstemperatur. Berlin setzte auf sein brandgefährliches Konterspiel. Mitte des ersten Drittels igelte sich Nürnberg vermehrt in der Berliner Zone ein und übte gehörig Druck aus. Friedrich und Fox verzeichneten kurz hintereinander gute Gelegenheiten, wobei sie aus Sicht der Gäste zu viel Raum vor dem Gehäuse von Niederberger hatten. Dieses Thema sprach Aubin im Powerbreak sicher an.

 

Boychuk scheiterte dann am hellwachen Treutle bei seinem Alleingang. Die Gäste arbeiteten an der Bande hart nach für einen weiteren Scheibengewinn und brachten dadurch das Nürnberg Gehäuse stets in Gefahr. „Turtle“ brauchte sich über mangelnde Beschäftigung bis dato nicht beklagen. Sheehy Pass auf Schmölz kam um Zentimeter nicht an, das war brisant für Niederberger. Beide Teams schenkten sich nichts, fuhren die Checks zu Ende und demonstrierten viel Zug zum Tor. Serge Aubins Ansage hatten sich seine Jungs wohl zu Herzen genommen, denn das fahrlässige Agieren ließ spürbar nach.

 



 

Nachdem sich die Franken hartnäckig vor dem Gäste Keeper festsetzten und die Eisbären nicht konsequent die Scheibe wegbrachten, nutzte MacLeoud diese Verwirrung in der 17. Spielminute eiskalt aus. Einen gefährlich abgefälschten Schuss vom Ex-Berliner Pföderl konnte Treutle gerade noch weglenken. Es war nun ein Match auf Augenhöhe mit Chancen hüben wie drüben. Veilleuxs Kelle hätte fast die erneute Führung für Berlin bedeutet. Ein letzter Schuss von Veilleux wurde eine sichere Beute für Treutle.

 

Mit einem leistungsgerechten Remis ging man in die Pause. Nach einem furiosen Start für Berlin konnte Nürnberg spät aber verdient ausgleichen. Es versprach eine hochinteressante Begegnung zu werden, die bisher statistisch ziemlich ausgeglichen war und bisher ohne jegliche Strafzeit auskam.

 

MacLeod: „We knew they would be coming out hard and fast, but we need to keep going and move on to the second period. We gotta go forward.“

 

Richer: „Momentan läuft unsere Top Reihe hervorragend, hatten auch etwas Glück. Am Dienstag machten wir zuhause den ersten Schritt in der CHL. Bisher haben wir nicht zu schlecht gespielt gegen München und Mannheim. Auswärts spielen wir einfacher und kompakter und das Umschaltspiel klappt sehr gut. Wir wollten in der Championsleague weiterkommen und die DEL gut repräsentieren, wobei unsere Gruppe sehr stark ist.

 

Die ersten beiden Spiele konnten wir wegen dem späten Trainingslager nicht so gut agieren, der Sommer war zu kurz für uns. Ustorf ist ein guter Mann, er kennt sich aus in Berlin, war Development Coach und Scout. Er ist ein Eishockey Fachmann, er kennt den Sport. Er hatte eine wichtige Rolle bei uns und macht hier einen guten Job hinter der Bande. Beide Funktionen auszuüben bedeutet viel Aufwand, Stress und viel Arbeit. Sein Trikot hängt ja bekanntlich unter der Halle in Berlin.  Man weiß nie, was passiert. Der Auswärtsrekord mit 7 siegen ist für uns kein Thema, mehr für die Journalisten. Statistiken sind nicht so wichtig, wir gehen von Spiel zu Spiel. Es ist schön, auswärts zu siegen. Es gibt kein Geheimnis, nur gute Vorbereitung vom Coach: wir warten auf unsere Chancen und sind kompakter. “

 

Im zweiten Drittel verbuchten die Hausherren den ersten gefährlichen Abschluss mit Stoa. Tuomie und Clark hatten im 2 auf 1 die Führung für die Gäste auf dem Schläger, machten aber zu wenig daraus. Berlin blieb dran und sorgte für Konfusion vor Treutle, auch der Rap Around hatte keine negativen Folgen. Kurze Zeit später musste Treutle erneut in höchster Not eingreifen bei einem weiteren Solo, dieses Mal von White.

 

Danach waren wieder die heimischen Ice Tigers an der Reihe mit gut vorgetragenen Angriffen. Berlin ließ aber nicht locker und Veilleux verpasst den finalen Abschluss, bis fast im Gegenzug Schmölz knapp verzog. Angriff schien bei beiden Teams die beste Verteidigung zu sein am heutigen Abend, der Vorwärtsdrang mit guten Spielfluss war auf beiden Seiten bemerkenswert.

 

MacLeod bei Nürnberg und White bei den Gästen konnten beide nicht verwerten. Es entwickelte sich ein Hochgeschwindigkeitsspiel, das fast keine Unterbrechungen aufwies. Dann entschied sich Wissmann für den Distanzschuss, der hinter Treutle einschlug. 33. Spielminuten waren absolviert. Die momentane Verwirrung nutzen die Berliner in Person von Noebels nur eine Zeigerumdrehung später mit dem Doppelschlag zur zwei Tore Führung.

 

Die Franken blieben unbeeindruckt und wollten den baldigen Anschluss, aber schon wieder waren es die Eisbären, die in der 36. Spielminute durch Veilleux sogar auf 1 zu 4 erhöhten. 3 Tore binnen weniger Minuten führte zur logischen Auszeit von Stefan Ustorf; es musste was passieren und mit ihrem ersten Powerplay könnten sie den ersten Schritt dazu machen. Reimers Abschluss war schon mal vielversprechend, der gleich danach wieder in Aktion war. Er wollte nun Verantwortung übernehmen! Dies war ein tolles Powerplay, das sicher Mut machte. Eine zweite numerische Überlegenheit folgte unmittelbar kurz vor Drittelende, die jedoch nichts einbrachte.

 

Berlin erspielte sich im Mittelabschnitt ein Übergewicht auch dank der fehlenden Kommunikation bei den Hausherren, die ihren Abwehrverbund nicht zusammenhalten konnten, da sie nicht nahe genug am Gegenspieler dran waren.

 

Noebels: „Wir sind sehr gut aus der Kabine gekommen, haben einfacher als im ersten Drittel gespielt. Es sind keine sogenannten cheap goals. Es ist immer schwer vors Tor zu kommen, egal gegen wen man spielt. Wir gehen eigentlich genauso wie zuhause ins Spiel. Wir wollen immer gut rauskommen und es dem Gegner schwer machen. Am Schluss haben wir zu viele Strafen genommen. Wir müssen nun gute 20 Minuten absolvieren und das Spiel nach Hause bringen.“

 

Im Schlussabschnitt musste Nürnberg wie die Feuerwehr aus der Kabine kommen, um schnell eine erste Antwort zu geben. Ihre restliche Überzahl bewirkte jedoch nichts Zählbares. Trotz des klaren Rückstands führten die Nürnberger in der Bully Statistik, was bisher nicht ihre Paradedisziplin war. Die Hausherren feuerten nun aus allen Lagen, doch Niederberger hielt die Führung fest. Reimer war nun ein Aktivposten. All das half aber nichts, denn ausgerechnet Pföderl machte mit seinem Treffer in der 46. Spielminute gegen seinen früheren Arbeitgeber alles klar in der Partie. Sein Zauberschuss schlug aus spitzem Winkel unhaltbar hinter Treutle ein.

 

Das dritte Powerplay für die Gastgeber musste nun zu einem Treffer führen, wollten die Franken noch den Hauch einer Chance aufs Zurückkommen zu wahren. Letztlich verstrich auch diese Gelegenheit und es blieben nur noch 12 Minuten Zeit für die Aufholjagd. Der erfolgreich verwertete Break Away von White in der 49. Spielminute ließ nun definitiv alle Optimisten verstummen. Nun wurde es erschreckend deutlich im Spielstand zugunsten von Berlin; nun ging es für die Gastgeber nur noch um Ergebniskosmetik.

 

Wenn es mal einen Rebound für die Ice Tigers gab, sprang aber der Puck in die falsche Richtung. Auch eine 3 auf 1 Konstellation konnten die Franken nicht ummünzen; das Glück war heute nicht auf ihrer Seite.

 

Kurz vor Ende der Partie durften die Eisbären mit der bis dato schwächsten Überzahl nochmals ran und ihre Quote verbessern; dafür bleiben ihnen die kompletten restlichen 4 Spielminuten Zeit, um das Ergebnis weiter in die Höhe zu schrauben. 2 Minuten davon waren sie sogar mit zwei Mann mehr auf dem Eis, was die dezimierten Nürnberger tatsächlich mit einem Shorthander zur Verkürzung auf 2 zu 6 nutzten. Torschütze war 1 Sekunde vor der Sirene wieder MacLeod. Eisbären Goalie Niederberger war ob dieser vermeidbaren Nachlässigkeit überhaupt nicht begeistert und zerbrach sein Arbeitsgerät, denn seine Vorderleute agierten nicht mehr konzentriert genug.

 

Der amtierende deutsche Meister aus Berlin deklassierte letztlich aufmunterungsvoll kämpfende Nürnberger mit 2:6. Ihr Defender Wissmann verzeichnete mit seinen heutigen 4 Scoring Punkten ein perfektes Ergebnis für seine Verhältnisse. Nürnberg tritt auswärts am Sonntag, den 10.10.21 Augsburg an, während Berlin zuhause die Kölner Haie empfängt.

 

Wissmann: „Mit dem Ergebnis sind wir zufrieden. Wir sind nicht so gut gestartet, es war kein 6:2 Spiel heute. Wir haben noch Potenzial. Die Weichen wurden im 2. Drittel gestellt, es sind auch mal die abgefälschten Schüsse reingegangen. Keine Ahnung, wieso wir auswärts so gut sind, es ist halt oft so im Sport. Wir wollen am Sonntag zuhause den ersten Sieg holen, der Druck ist immer da auch als Titelträger. Drei Siege am Stück gibt uns jedenfalls Selbstvertrauen.“

 

Ustorf: „Tatsache ist, dass wir das Spiel im zweiten Drittel verloren haben. Wir haben uns heute auf ein track Speed eingelassen. Wir haben Chancen ausgelassen gegen eine extrem clevere Mannschaft von Berlin. Wir haben drei Tore von der blauen Linie bekommen, dreimal von dort Schüsse hergegeben, ohne dass jemand im Weg steht. Wir müssen jeden Tag hart arbeiten, müssen daraus lernen und werden analysieren. Wir haben den Preis dafür bezahlt. Wir dürfen nicht hoch und runter rennen, so kann man gegen einen top Gegner nicht bestehen. Unser neuer Coach wird voraussichtlich nächste Woche kommen. Lasst euch überraschen.“

 

10. Spieltag, 07.10.2021

Nürnberg Ice Tigers– Eisbären Berlin 2:6 (1:1|0:3|1:2)

 

Tore:

0:1 |01| Byron (Pföderl, Wissmann)

1:1 |17| MacLeod (Stoa, Bender)

1:2 |33| Wissmann (Streu, Clark)

1:3 |34| Noebels (Jensen)

1:4 |36| Veilleux (Boychuk)

1:5 |46| Pföderl (Wissmann)

1:6 |49| White (Hördler, Wissmann)

2:6 |60| MacLeod SH1

 

1. Drittel Statistik:    13:14 Schüsse, 12:10 gewonnene Bullys, Strafminuten: 0:0

2. Drittel Statistik:     15:15 Schüsse, 12:7 gewonnene Bullys, Strafminuten: 0:4

3. Drittel Statistik:     10:9 Schüsse, 5:9 gewonnene Bullys, Strafminuten: 6:2

 

Referees:   Kopitz (GER) / MacFarlane (USA)

 

Zuschauer:   3.011

 

Aufstellung:

 

Nürnberg: Treutle, Bodnarchuk, Parlett, MacLeod, Stoa, Reimer, Mebus, Welsh, Schmölz, Brown, Sheehy, Bender, Karrer, Fox, Ustorf, Kislinger, Pilu, Friedrich, Fleischer, Lobach.

 

Berlin: Niederberger, Ellis, Müller, Pföderl, Byron, Noebels, Wissmann, Hördler, Fiore, Boychuk, White, Depres, Jensen, Clark, Streu, Tuomie, Mik, Rossmy, Wiederer, Veilleux.

 



Deutsche Eishockey Liga (PENNY-DEL)

DEL 25Jahre Logo silberDie Deutsche Eishockey Liga (PENNY-DEL) ist die höchste deutsche Eishockey-Spielklasse und wurde im Jahr 1994 gegründet. Am Spielbetrieb nehmen 15 Proficlubs (Kapitalgesellschaften) teil und der aktuelle DEL-Rekordmeister sind die Eisbären Berlin mit 8 Meisterschaften.

 

Mehr Informationen über die Deutsche Eishockey Liga erhalten Sie unter www.eishockey-statistiken.de 

 

 


 


 

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