PENNY-DEL, Die Eisbären Berlin holen sich ihren 8. Titel und sind nun alleiniger Seriensieger – Gegen Wolfsburg setzten sich die Hauptstädter in Spiel 3 mit einem knappen 2:1 durch!

 

(PENNY-DEL, Berlin) (Hermann Graßl)  In der Mercedes-Benz Arena hieß es heute schon wieder Do or Die Game im Finale der Penny DEL. Die unermüdlichen Comeback Experten aus Berlin wollten heute erneut nach den Sternen greifen und ihren 8. Meisterschaftstitel fix machen. 25 Jahre nach einer Meisterschaft für einen Hr. Niederberger – damals DEG - könnte es sich heute sogar wiederholen, dass dieser Name erneut den Pokal hochstemmen würde.

 

Für Berlin sprach die Statistik, denn bisher hatten die Eisbären zwei Best of Three Serien 2011 und 2018 für sich entschieden. Die Grizzlys aus Wolfsburg erwiesen sich jedoch als äußerst hartnäckiger Gegner im Finale und wollten sich erstmals die Krone aufsetzen, nachdem sie schon viermal in einem Finale den Kürzeren zogen. Eine Serie würde heute definitiv reißen, denn beide Teams konnten jeweils in den Runden zuvor immer in Spiel 3 den Deckel draufmachen und eine Runde weiterkommen. Schließlich setzte sich im erst zweiten ‚Best of 3 Finale‘ nach 1982 Berlin gegen Wolfsburg durch und sicherte sich bereits zum 8. Mal die Meisterschaft. Leo Pföderl erzielte das entscheidende Game Winning Goal und Ryan McKiernan bekam die Ehrung zum MVP Player der Playoffs. Die Eisbären schrieben heute Geschichte, denn sie sind nun Jubiläumsmeister!

 

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(Foto: Citypress)

 

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Die Eisbären aus Berlin waren es über die gesamte Playoff Serie bereits gewohnt, ein entscheidendes Spiel Nummer 3 in der heimischen Arena austragen zu dürfen und hatten deshalb Erfahrung in dieser Hinsicht. Mit ihren tragenden Säulen Noebels, White und Boychuk hatten sie geballte Playoff Power in ihren Reihen, die ihren Beitrag zur Meisterschaft leisten wollten. Ihr famoser Defender McKiernan hatte bisher im Viertel- und Halbfinale in jedem Spiel getroffen, gegen Wolfsburg hatte er sich dieses Erfolgserlebnis für das Spiel 2 aufgehoben. Ihr Urgestein Hördler hatte bereits sieben Titel gesammelt, diese spezielle Meisterschaft wäre für seine außergewöhnliche Karriere und das Team ein weiterer historischer Meilenstein.

 

Aubin: “Wir müssen über die vollen 60 Minuten und vielleicht sogar mehr konzentriert sein. Wir haben das nötige Selbstvertrauen und genießen das Finale. Jeder hat darauf  hingearbeitet und freut sich auf diesen Moment. Wir wissen, wie wir spielen, wir werden genauso agieren wie in Wolfsburg.“

 

Die Grizzlys aus Wolfsburg hatten fest vor, endlich mal den Pokal in Händen zu halten und nach Hause zu holen. Sie investierten alles, um dieses Unterfangen in die Tat umzusetzen und Spielverderber für die Eisbären zu sein. Sie waren ganz im Sinne ihres Coach Pat Cortina auf das hier und jetzt fokussiert und hielten an ihrem bewährten Game Plan konsequent weiter fest. Insbesondere für den Dauerbrenner Furchner wäre es die verdiente Belohnung einer fantastischen Saison in seinem zweiten Frühling mit bereits 1073 Spielen inklusive dem heutigen. Nachdem er am 3.5. seinen 39. Geburtstag gefeiert hat, könnte er heute mit dem Titel die Kirsche auf die Sahne platzieren und sich über ein einzigartiges nachträgliches Präsent freuen.

 

Cortina: „Wir sind gelöster und cleverer als letztes Mal. Wir sind zwei Tage älter und haben mehr Erfahrung. Wir hoffen relaxter zu sein. Wir müssen unseren Spielaufbau ändern, weil Berlin viel mehr Druck gemacht hat. Wir müssen mehr Offensive kreieren. Am Ende wird das Team erfolgreich sein, das seinen Spielplan über 60 Minuten durchhält.“

 

Man durfte gespannt sein, ob die Eisbären wie vor 2 Tagen genauso aggressiv und konzentriert aus der Kabine kamen und wie die Feuerwehr loslegten. Mit dieser Strategie hatten sie die Grizzlys schon etwas überrascht, die damit die gesamte Partie über nicht so richtig zurechtkamen und stets einen Schritt zu langsam waren in ihren Aktionen. Pat Cortina hatte für heute sicher ein Gegenmittel eingepackt. Wie in Spiel 1 übernahm Bernd Römer von Karat die musikalische Note mit der Nationalhymne.

 

Gleich nach 12 Sekunden erarbeiteten sich die Gäste das erste Bully vor Niederberger. Ein guter Auftakt, aber die Eisbären schockten die Grizzlys mit der sehr frühen Führung in der 2. Spielminute durch Olver; es war der erste Torschuss von Berlin. Wolfsburg zeigte sich davon keineswegs beeindruckt, denn nur 25 Sekunden später egalisierten die Grizzlys in Person von Olimb die Partie. Welch ein furioser Auftakt hier im Finale! Für den Wolfsburger war es sein erster Playoff Treffer. Es entwickelte sich ein munteres Spiel mit technischen Raffinessen und der gewohnten Physis.

 

Bisher war Wolfsburg von Anfang zu 100 % auf dem Eis und zeigte den nötigen energischen Start. Mit ihrer bewährten taktischen Disziplin und der ausgeprägten defensiven Stabilität hatten sie ohnehin die besten Voraussetzungen für ein erfolgreiches Ende. Für Serge Aubin war es wichtig, dass seine Jungs auch locker genug an die Sache rangingen.

 

Eine 2 auf 1 Situation wurde durch einen Berliner Schläger entschärft, dann musste sich Niederberger lang machen, um den Rückstand zu verhindern. Die Eisbären attackierten die Grizzlys schon früh in deren eigener Zone, um den Spielaufbau zu unterbinden. Dann ging Festerling nach einem harten Check vor seiner Wechselbank in die Kabine.

 

Im ersten Powerplay agierte Berlin druckvoll und White war sofort zur Stelle mit einer Chance. Ihre bis dato dürftige Quote von nur 10% (3/30) verbreitete nicht unbedingt großen Schrecken und auch dieses Mal blieben die Eisbären erfolglos. Kaum komplett waren die Grizzlys wieder im Vorwärtsgang. Auf beiden Seiten klingelte bereits der Außenpfosten. Im Bully Spiel erwies sich bisher Berlin als effektiver. Nach dem fulminanten Auftakt ging man mit einem Remis in die Pause und Wolfsburg hoffte auf die Rückkehr von Festerling. 

 

Hördler: „Aus unserer Sicht war es ein bisschen zu chaotisch. Bisher ist es ein ausgeglichenes Match, aber wir müssen strukturierter werden. Wir probieren zu viel zu erzwingen statt zu erspielen, wir müssen einfacher spielen.“

 

Magel (COO Penny): „Wir wünschen uns vor allem die Zuschauer zurück und wir wollen künftig in den Arenen aktiv werden. Es wird jetzt eine Eishockey Grill WM geben. Zum Start der neuen Saison wird es in Eishockey gebrandete Produkte geben wie z.B. Nuggets. Wir wollen viel regionaler und lokaler auftreten und näher an den Mannschaften dran sein.“

 

Im zweiten Drittel war anfangs Wolfsburgs Haudegen Festerling nicht ausfindig zu machen; das wäre sehr schade für das Team um Cortina. Rech verbuchte den ersten Abschluss nach tollem Zuspiel von Olimb. Auf der anderen Seite kam White zu einer Chance. In der 24. Spielminute zeigte sich wieder mal die Bedeutung von Pföderl für Berlin, denn er brachte die Eisbären erneut in Front nach einem Sahne Pass von Wissmann. Dieses Tor war ein Produkt des unbändigen Willens und der aggressiven Arbeit hinter und neben Strahlmeiers Gehäuse. Kurze Zeit später setzte schon wieder Pföderl einen gefährlichen Schuss ab.

 

Festerling wurde in der Zwischenzeit weiter in den Katakomben behandelt, was seine Rückkehr durchaus realistisch machte. Nach einer Top Gelegenheit für die Grizzlys durften diese in Überzahl ran, doch die Eisbären ließen die Gäste nicht in die Formation kommen und das Playoff Monster McKiernan konnte wieder von der Strafbank aufs Eis zurückkehren. Bisher waren die Special Teams noch kein Faktor in diesem Finale.

 

Nach einem Fehler im Aufbau traf White nach feinem Zuspiel von Rückkehrer Boychuk nur die Latte, was auch im Videobeweis bestätigt wurde. Dies war eine willkommene Verschnaufpause für alle Akteure. Rekordspieler Furchner vergab dann für die Grizzlys in aussichtsreicher Position. In diesem Mittelabschnitt schaffte es Berlin sehr gut, den strukturierten Spielaufbau von Wolfsburg zu stören. Dies lag vor allem an ihrer vorbildlichen gegenseitigen Unterstützung. Für die Gäste gab es fast kein Durchkommen. Boychuk verpasste nur knapp und Noebels wählte einen Rückhandschuss, der sein Ziel verfehlte. Berlin ging mit einer knappen, aber hochverdienten Führung in die Kabine, weil die Eisbären es sehr geschickt verstanden, die Grizzlys von ihrer eigenen Zone fernzuhalten.

 

Hungerecker: „Berlin steht sehr gut. Wir müssen die Scheibe tief bringen und weiter hart arbeiten, alles rausholen und alles geben.“ Rankel: „Es tut weh, heute nicht auf dem Eis stehen zu können. Es ist ein absolut umkämpftes Match, die Zweikämpfe werden letztlich den Ausschlag geben. Man darf jetzt nicht an den Pott denken, sondern Wechsel für Wechsel ist entscheidend. Hördler ist ein guter Leader, der ruhig und beispielhaft agiert. Er hat immer ein gutes Gespür, was nötig ist im jeweiligen Moment. Es wird weiter eng bleiben, Wolfsburg wird nun mehr riskieren. “

 


 


 

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(Foto: Citypress)

 

Im letzten Drittel musste Wolfsburg zunächst eine Unterzahl wegen einer späten Strafzeit am Ende des zweiten Abschnitts gegen Furchner überstehen, bevor die Grizzlys zur Schlussoffensive ansetzen konnten. Gottseidank wurde Festerling wieder auf der Wolfsburger Bank gesichtet, was sicher seinem Team einen Pusch gab. Berlin ließ nicht locker und hielt am effektiven Match Plan des Mittelabschnitts fest. Dann wurde es turbulent vor Strahlmeier, doch nur ein Eisbär lag im Tor. Wolfsburg bekam nun sein zweites Powerplay zugesprochen, was die Grizzlys nutzen sollten, um im Spiel zu bleiben. Auch diese Überzahlkonstellation war nicht von Erfolg gekrönt. 

 

Machacek verpasste dann knapp und die letzten 8 Minuten brachen an. Die Gäste mussten nun bald volles Risiko gehen, doch Noebels hatte die Vorentscheidung auf dem Schläger. Strahlmeier parierte jedoch großartig.

 

Berlin hatte nun die Hand am Pokal, denn Wolfsburg biss sich die Zähne am Eisbären Bollwerk aus. Letztendlich brachte Berlin den knappen Vorsprung über die Zeit und der neue Champion der verkürzten Spielzeit 2020/2021 stand fest: Die Eisbären sicherten sich ihren bislang 8. Titel und avancierten nun zum Seriensieger in der DEL. Frank Hördler wurde zum alleinigen Rekordsieger der DEL.

 

Die Hauptstädter haben ihre Hausaufgaben gemacht, kamen in allen Serien phänomenal zurück und setzten sich letztendlich verdientermaßen die Krone auf! Berlin ging damit als 100. Deutscher Meister in die Annalen ein.

 

Als MVP der diesjährigen Playoffs wurde Ryan McKiernan mit 7 Toren und 3 Assists prämiert; er hatte bereits mit Wien die Meisterschaft geholt unter seinem heutigen Coach Aubin. 

 

Stimmen zum Spiel:

 

Berlin – Pföderl:

Mir fehlen die Worte, ich bin froh, dass wir es irgendwie geschafft haben. Das Championship Goal nehme ich gerne mit. Wolfsburg war so unangenehm, großes Kompliment. Was letztlich ausschlaggebend war ist mir eigentlich egal. Im Feiern sind wir hier bereits erprobt.”

 

Berlin – Lee:

“Es war nie langweilig, es freut mich für Hördler, eine Wahnsinnsleistung der Mannschaft. Großes Lob für Wolfsburg, ich freue mich für die Jungs. Wir haben gut verteidigt, da Wolfsburg alles versucht hat, alle haben viel investiert.“

 

Berlin – Noebels:

„Es war eine ganz aufregende Saison. Ich möchte allen danken, dass es ermöglicht wurde. Ich bin mega stolz, wir haben es geschafft, auch wenn wir wieder mit dem Rücken zur Wand standen. Man wächst zusammen, man spürt den Zeitpunkt eine Familie zu sein, jeder ist wichtig, das haben wir begriffen, denn nur so kommt der Erfolg. Jeder hat seinen Job gemacht. Wir feiern mit Abstand.“

 

Berlin – McKiernan:

“Being the MVP feels great. I am so proud of us, we worked so hard under such uncertainty and kept working. It’s incredible, the feeling is great. Thanks to all my teammates, who made everything possible. I appreciate coach Aubin very much; throughout the whole playoffs we did not talk much, but it was cool to share this experience with him again.”

 

Berlin – Hördler:

„Auch der Coach feiert seinen achten, am Ende der Karriere tut das sehr gut. Es ist etwas sehr Besonderes und wir werden diese Saison ganz besonders in Erinnerung behalten. Wir hatten ein straffes Programm. Wir haben uns alle zusammengerauft, nicht den Kopf hängen gelassen, sondern mit Zuversicht und Willen gespielt. Das war ein besonderer Charakterzug der Mannschaft. Wir sind schon gut gerollt in der Nordgruppe, sind dann noch stärker zusammengerückt und haben füreinander gekämpft. Daumen hoch für unseren Coach Aubin. Was da unten vorgeht, das spricht für sich, da möchte ich ein großes Lob aussprechen. Don Jackson und Serge Aubin sind sich vom Typ her ähnlich.“

 

Berlin – Aubin:

“What a journey, I am so proud of my guys, being back in the series and coming back all the time. The main deciding factor was to think in time and space and the focus on defense first. I told the guys to have fun and enjoy the moment, with no fear and no regret. It’s been a long journey with lots of ups and downs. I wanted to win the last one, that was our goal, we won for our fans as well. Don is a proven winner. It would take a long way to be compared with him. I loved this group of guys. I am thrilled to win the competition.”

 

Wolfsburg – Likens:

It’s pretty hard to put my emotions in word, we can be proud of the team. I am also proud of my family, thanks for being with me the whole time. It is all about the group, nobody thought we would be here in the final, the guys will be in my head forever.”

 

Wolfsburg – Bittner:

“Für eine Analyse ist es jetzt noch zu früh. Es ist definitiv eine sehr große Enttäuschung. Wir können auf alles sehr stolz sein, was wir erreicht haben, der Pokal war zum Greifen nah.“



Spiel vom 07.05.2021

Berlin – Wolfsburg 2:1 (1:1|1:0|0:0)

 

Tore:

1:0 |02| Olver (Foucault, Fiore)

1:1 |03| Olimb (Busch, Melchiori)

2:1 |24| Pföderl (Wissmann)

 

1. Drittel Statistik:   12:6 Schüsse, 17:11 gewonnene Bullys, Strafminuten: 0:2

2. Drittel Statistik:   11:7 Schüsse, 11:11 gewonnene Bullys, Strafminuten: 2:2

3. Drittel Statistik:    6:7 Schüsse, 10:10 gewonnene Bullys, Strafminuten: 2:0

 

Zuschauer: Keine  

Schiedsrichter:  Rohatsch / Schrader

 

Aufstellung:

 

Berlin: Niederberger, Müller, Ramage, Noebels, Reichel, Pföderl, Despres, McKiernan, Boychuk, Zengerle, White, Hördler, Wissmann, Fiore, Olver, Foucault, Mik, Labrie, Streu, Tuomie.

 

Wolfsburg: Strahlmeier, Likens, Melchiori, Görtz, Järvinen, Furchner, Bruggisser, Wurm, Machacek, Olimb, Rech, Bittner, Möser, Jormakka, Festerling, Fauser, Adam, Busch, Raabe, Hungerecker.     

 



Deutsche Eishockey Liga (PENNY-DEL)

DEL 25Jahre Logo silberDie Deutsche Eishockey Liga (PENNY-DEL) ist die höchste deutsche Eishockey-Spielklasse und wurde im Jahr 1994 gegründet. Am Spielbetrieb nehmen 14 Proficlubs (Kapitalgesellschaften) teil und der aktuelle DEL-Rekordmeister sind die Eisbären Berlin mit 7 Meisterschaften.

 

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