DEB-Team: Tschechien behielt die Oberhand gegen eine gute deutsche Mannschaft und bezwingt das DEB Team mit 1:4

 

(DEB/Nationalmannschaft) (Hermann Graßl)  In der Arena Nürnberger Versicherung empfing die deutsche Nationalmannschaft zu ihrem dritten Vorbereitungsspiel das Team von Tschechien, welches bereits gegen Österreich Testerfahrung für die bevorstehende WM in Riga sammeln konnte. Schließlich bezwang Tschechien das deutsche Team mit 4 zu 1, obwohl die Mannschaft von Toni Söderholm eine beherzte Partie absolvierte und dem Ausgleich im letzten Drittel sehr nah war. Am Ende setzten die Gäste noch 2 Treffer ins leere Tor drauf.

 

 

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(Fotoquelle: city-press)

 


Deutschland zeigte in seinen ersten beiden Vorbereitungsmatches eine ordentliche Leistung, musste sich aber jeweils knapp geschlagen geben gegen eine bereits gut eingespielte slowakische Mannschaft. Nachdem nun auch weitere Akteure von den in den Playoffs ausgeschiedenen Teams dazugestoßen sind, durfte man u.a. gespannt sein, wie sich die Eder Brüder auf dem Eis verstanden. Korbinian Holzer aus der KHL war ebenso neu im Line Up wie Moritz Müller von den Kölner Haien, Marcel Brandt aus Straubing sowie das Münchener Trio Peterka, Kastner und Schütz. Treutle von den heimischen Nürnberger Icetigers hütete heute das Tor. Coach Söderholm musste aktuell ohne die Protagonisten aus der NHL kalkulieren angesichts der dort stattfindenden Playoffs.

 

Söderholm: „Schmölz hat bisher einen sehr positiven Eindruck gemacht, spielte eine starke Saison und ist mit Selbstvertrauen hergekommen. Ich kann ihn nur loben bisher. Wir gestalten den Alltag so, dass die Spieler weniger Freizeit haben. Wir trainieren in der Halle so gut wie wir können und machen das Beste aus der aktuellen Situation. Wir hoffen, dass bis zur WM alles gut läuft. Es gibt mehrere Wunschkader, aber es kann vieles passieren. Wir haben das Scouting erweitert, um mehr Infos zu mehr Spieler zu bekommen, besser testen zu können und die Zeit effektiv zu nutzen. Bisher haben wir 2 ½-mal trainiert, es ist keine Zeit zu verschwenden.“

 

Holzer: „Mein eigener Anspruch an mich als Führungsspieler auf dem Eis und in der Kabine ist es zu helfen soweit es geht und mir möglich ist. Die Zeit in Russland hat viel Spaß gemacht, es war eine super Erfahrung und ein schönes Abenteuer. Ich bin für alles offen, wenn es passt vom Eishockey her passt. Als nächster Schritt gilt es uns weiterzuentwickeln: Wir haben die Special Teams gut trainiert, wir müssen in der neutralen und defensiven Zone kompakter agieren und mehr Chancen kreieren. Wir müssen einen gewissen Standard reinbringen, um bei der WM eine gute Chance zu haben.“

 

Tschechien hatte bereits Testspielerfahrung gegen Österreich, das nicht an der diesjährigen A-WM teilnimmt, sammeln können und dabei zwei klare Siege verbuchen können. Mit der DEB Auswahl kam nun ein dickerer Brocken für den 6-maligen Weltmeister. Beim Team der Tschechen waren mit Sustr, Jordan und Radil drei Akteure mit NHL Erfahrung dabei; ansonsten vertraute man den jungen Spielern, bevor wohl noch etliche Protagonisten von den Teams der Finalserie dazustoßen werden, denn die Meisterschaft in der tschechischen Extraliga war bereits entschieden. Außerdem würden noch Spieler aus Schweden und Finnland das Mannschaftsgefüge ergänzen.

 

Die Tschechen attackieren in der Regel sehr früh und agieren mit einem gewohnten Kurzpass Spiel. Es deutete sich schon früh ein körperbetontes Spiel an in den ersten Aktionen. Deutschland präsentierte sich sehr zielstrebig und beschäftigten den gegnerischen Goalie schon recht gut. Auf internationalem Niveau waren gut dosierte Wechsel von hoher Bedeutung, wollte man gegen diesen hochkarätigen Gegner gut mithalten. Dann übernahm Tschechien wieder das Kommando auf dem Eis, die stets den schnellen Abschluss suchten.

 

Nach gut 8 Minuten gab es das erste Powerplay für die DEB-Auswahl. In den beiden Spielen gegen die Slowakei hatte das Überzahlspiel bereits gut geklappt. Gegen sehr früh störende Tschechen mit zum Teil 2 Spielern im deutschen Drittel taten sich die Hausherren schwer in die Formation zu gelangen. Sogar in numerischer Unterlegenheit versuchten die Gäste Konter zu fahren. Dann gab es doch die große Möglichkeit für Brandt und Peterka im Zusammenspiel; auch Fischbuch setzte danach noch einen gefährlichen Akzent. Es bleib beim Remis.

 

Im double swing startete die deutsche Mannschaft gewöhnlich den Aufbau aus der eigenen Zone. Andy Eder startete dann einen seiner bewährten Sololäufe, scheiterte aber mit seinem Schuss, der abgefälscht wurde. Flek sauste dann mit Geschwindigkeit ins deutsche Verteidigungsdrittel, der Winkel wurde dann aber ungünstig. Bisher zeigten sich die Defender hellwach bei den Vorstößen der Gäste.

 

Knapp 5 Minuten vor Drittelende durften die Tschechen in Überzahl agieren. Treutle parierte einen Schuss von Zohorna, dann wurde der Versuch von Tomasek abgefälscht. Das DEB-Team stand gut, konnte aber einen Lattenschuss von Sulak nicht verhindern. Tschechien fuhr jeden Check konsequent zu Ende. In der letzten Spielminute bekamen die Gäste noch die Chance zum Rebound, doch Treutle fror den Puck sicher ein.

 

In einer ausgeglichenen Partie ging man mit einem leistungsgerechten Unentschieden in die Kabine. Peterkas Debüt auf internationaler Bühne war solide und Schmölz fühlte sich in seiner heimischen Arena ohnehin pudelwohl.

 

Müller [C]: „Tempo und Intensität sind sehr hoch, das ist international so üblich. Wir versuchen mit Kontrolle das Spiel aufzubauen und der Gegner will das mit aggressivem Forechecking verhindern. Wir müssen vielleicht die Pässe noch schneller spielen.“

 

Künast (Sportdirektor): „Es ist ein relativ schnelles Spiel, es geht zur Sache und keiner will Fehler machen. Wir hatten die etwas besseren Chancen bisher. Niklas Treutle hat viel Routine. Die deutsche Mannschaft ist sehr couragiert, läuferisch sehr gut und kreiert Chancen, es ist bisher ein guter Auftritt. Die Olympiaabsage für die Frauen ist natürlich traurig für die Spielerinnen, aber der DEB tut alles für die Frauen und der Weltverband will praktikable Lösungen für alle finden. Die Urmel Ultra Aktion ist eine gute Sache für den Nachwuchs.“

 

Im zweiten Drittel ging es mit dem gleichen Speed weiter. Nach einem mächtigen No Look Check gegen Ehl fand das zweite Powerplay für die DEB Auswahl statt: auch in Unterzahl verteidigten die Gäste ihre Zone sehr aggressiv und hartnäckig; trotzdem gab es 2 gute Abschlüsse von Fischbuch und Brandt. 

 

Unmittelbar danach befand sich Tschechien in Überzahl, denn ein leichtes Touchieren der gegnerischen Kufe, was den Akteur zu Fall brachte, wird international sofort bestraft. Fast hätte es in einem 2 auf 1 Konter Tiffels den Shorthander gegeben. Treutle bewahrte seine Vorderleute des Öfteren vor einem Rückstand, der sich dann aber irgendwie angekündigt hatte, denn in der 28. Spielminute netzte Blümel vom Club HC Dynamo Pardubice zum Führungstreffer ein; es war sein erstes Länderspieltor. Die Zuordnung in der deutschen Defensive hatte für einen kurzen Moment nicht gepasst, was sofort eiskalt bestraft wurde. Dumont wirbelte dann vor dem tschechischen Goalie gehörig, konnte aber nicht vollenden.

 

Brandt feuerte einen seiner gefürchteten One Timer ab, der jedoch sein Ziel verfehlte. Dank einer tollen Ablage von Peterka konnte sich Schmölz eine Top Gelegenheit erarbeiten, die knapp am Gehäuse vorbeiging. In dieser Phase war Deutschland druckvoller unterwegs, doch die Gäste markierten in der 33. Spielminute ihren zweiten Treffer durch Radil, der bei Spartak Moskau unter Vertrag ist. Auf diesem Top Niveau wurde jeder Fehler gnadenlos genutzt.

 

Nichtsdestotrotz machte das DEB Team munter weiter mit ihrem Offensivdrang und kam bei zwei guten Wechseln zu weiteren Chancen; jetzt kam auch schon viel Pech hinzu. Der Anschlusstreffer wäre nun verdient gewesen. Andererseits visierten die Tschechen dann den Pfosten an.

 

Gegen Ende des Mittelabschnitts hatten die Hausherren erneut Überzahl: auch hier gab es einen Lattenschuss von Braun. Das deutsche Team war nun nahe dran am ersten Tor und dann war es endlich passiert in Person von Sezemsky, der in der 38. Spielminute mit einem tollen Move die Scheibe unhaltbar versenkte. Das war für Augsburger sicher eine Genugtuung, denn das gelang ihm in der ganzen DEL Spielzeit nicht.

 

In einem intensiven Spiel konnte Deutschland den Rückstand auf ein Tor verkürzen und hielt sich für den Schlussabschnitt alle Möglichkeiten offen.

Ehl: „Beim Check war der Kopf nicht oben, aber jetzt ist alles wieder gut. Hier ist es noch ein Stück schneller als in der Liga. Tschechien ist läuferisch sehr stark, somit ist ein sehr schnelles spiel. Hinter müssen wir stabiler stehen.“

 


 


 

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(Foto Citypress)

 

Im Schlussabschnitt durfte es auf diesem hohen Niveau durchaus so weitergehen. Beide Teams schenkten sich bisher nichts. Hinter der Bande der Tschechen fand sich geballte NHL Erfahrung wieder, u.a. war Straka als ehemalige Legende hervorzuheben.

 

Im nächsten Powerplay hatte Andy Eder die Ausgleichschance, doch der Pfosten stand im Weg. Auch danach hatten die Gäste Mühe, sich zu befreien; das deutsche Team wollte unbedingt zum zweiten Treffer kommen und kam sehr gut aus der Kabine. Die Gäste konnten sich nur durch mehrere Icings nacheinander befreien, sie waren nun schon zu lange auf dem Eis und wirkten platt. Ihr Coach hatte dies scharfsinnig erkannt und nahm die Auszeit, was angesichts der Übersäuerung nachvollziehbar war.

 

Die ersten 6 Minuten gehörten ganz klar den Hausherren, die einen unglaublichen Druck ausübten und schnell auf den Beinen waren. Doch die Gäste durfte man zu keinem Zeitpunkt aus den Augen lassen. Peterka wurde nun immer agiler und erarbeitete sich eine gute Chance. Auf der Gegenseite bewahrte Treutle Ruhe bei einem für ihn kaum sichtbaren Schuss von der blauen Linie. Dies war das Signal für die Tschechen, wieder mehr für den eigenen Angriff zu tun nach der langen deutschen Drangphase. Ein Scheibenverlust von Nowak hätte beinahe einen weiteren Gegentreffer bedeutet. Die Gäste fanden wieder zu ihrem qualitativ ausgezeichneten Spiel zurück und spielten die deutschen Akteure dieses Mal müde. Jetzt blieben nur noch 2 Minuten übrig, um in die Verlängerung zu kommen.

 

Treutle machte Platz für den sechsten Feldspieler, doch die Gäste netzten zum 1 zu 3 erneut durch Radil ein. Kurze Zeit später folgte noch der vierte Treffer in das weiterhin verwaiste deutsche Tor durch Beranek, der bei HC Energie Karlovy Vary spielt. Somit besiegte Tschechien dank ihrer besseren Chancenverwertung die deutsche Mannschaft am Ende vielleicht ein wenig zu hoch mit 1:4. Bereits zwei Tage später konnte das DEB Team Revanche für diese Niederlage nehmen. Als bester Spieler für Deutschland wurde Holzer ausgezeichnet, bei den Tschechen wurde ihr Goalie Ruzicka geehrt.  

 

Söderholm: „Wir sind besser ins Spiel reingekommen und waren am Ende am Drücker. Es fehlt noch die Gradlinigkeit zum Tor, ich hätte mir schon so 10-15 Torschüsse mehr gewünscht. Fehler sind normal, wir lernen immer dazu, wir müssen sie nur minimieren. In der offensiven Zone waren die Fehler vermeidbar. Wir hatten gute Aufbauspiele, den Rhythmus müssen wir noch verbessern und mehr Schüsse aufs Tor bringen, dann wird es gefährlicher.“

 

Treutle (Goalie und Geburtstagskind): „Ich muss ein Kompliment aussprechen, wir haben brutal gedrückt, waren am Ende optisch überlegen. Nur nicht konsequent genug. Wir hätten heute mehr verdient gehabt. Es wird nur eine kleine Feier geben wegen der Corona Auflagen: Kuchen wird als Dessert am Buffet verteilt.“

 

Peterka: „Es war schön in der A-Mannschaft zu spielen, aber wir haben uns das anders vorgestellt. Wir waren hinten zu offen, haben zu viel Platz gegeben. Im Powerplay hatten wir viele Chancen herausgespielt, schade, dass diese Dinger oft nicht reingehen. Wir müssen hinten besser stehen. Es ist für mich ein riesiges Ziel, die WM zu spielen. Ich versuche mein Bestes zu geben, und mache mir nicht zu viel Druck, und schaue, ob es reicht am Ende.“

 

WM-Vorbereitung, 29.04.2021

Deutschland - Tschechien 1:4 (0:0|1:2|0:2)

 

Tore:

0:1 |28| Blümel

0:2 |33| Radil (Tomasek)

1:2 |38| Sezemsky (Schmölz)

1:3 |59| Radil (Tomasek) ENG

1:4 |60| Beranek (Tomasek) ENG

 

Best Player of the game:

Team Deutschland:        # 5   Holzer

Team Tschechien:          # 33 Ruzicka 

 

Zuschauer: Keine  

 

Aufstellung:

 

Deutschland: Treutle, (Pantkowski/Jenike), Ebner, Nowak, Mebus, Brandt, Ugbekile, Sezemsky, Holzer, Müller, Rogl, Schmölz, Fischbuch, Eder T., Tiffels F., Dumont, Uvira, Pfaffengut, Braun, Peterka, Kastner, Schütz, Eder A.

 

Tschechien: Ruzicka, Cermpcj, Nemecek, Jordan, Mozik, Sustr, Galvas, Sulak, Sklenicka, Zohorna H., Zohorna T., Blümel, Tomasek, Hanzl, Radil Cerveny, Stransky, Flek, Beranek, Najman, Kousal.

 

 


 


 

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