PENNY-DEL, Berlin erzwingt Entscheidungsspiel: 3:2 Auswärtserfolg in Ingolstadt

 

(PENNY-DEL, Ingolstadt) (Hermann Graßl)  In der Saturn-Arena empfing Ingolstadt Berlin zu Spiel 2 des Halbfinales: Match Puck für die Hausherren bzw. Do or Die Game für die Eisbären, die nach ihrer Heimpleite vor zwei Tagen mit dem Rücken zur Wand standen. Wie in der Viertelfinal Serie gegen München starteten die Panther mit einem Auswärtserfolg und konnten nun schon wieder zuhause alles klar machen und den nächsten Titelaspiranten rauswerfen.  Schon 2014 gab es eine Playoff Serie zwischen diesen Kontrahenten, die letztlich zum Titel für Ingolstadt resultierte. Schließlich setzte sich Berlin auch dank ihres Playoff Monsters Ryan McKiernan am Ende knapp aber verdient mit 3:2 gegen Ingolstadt durch und vertagte die Entscheidung über den Finaleinzug auf den 30.4.2021.

 

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(Fotoquelle City-press: Ryan McKiernan als Matchwinner)

 

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Die Panther aus Ingolstadt wollten in ihrem ‚Wohnzimmer‘ den Einzug ins Finale eintüten und präsentierten sich demzufolge siegessicher dank ihres psychologischen Vorteils mit dem zurückgewonnenen Heimrecht. Ohne ihre Gallionsfigur Pietta und den wendigen Palmu würde es sicherlich ein schweres Unterfangen werden. Auf ihren bärenstarken Goalie Garteig konnten sie sich definitiv wieder verlassen. Höfflin als frischgebackener Papa war bestimmt hochmotiviert. Falls die Partie tatsächlich in die Overtime gehen sollte, könnte Coach Shedden sowohl seinen 60. Geburtstag als auch eine mögliche Meisterschaft, seine Erste, feiern. Das wäre ein Märchen! 

 

Wagner: „Aubry hat viel Selbstvertrauen, ist unglaublich vor dem Tor und spielt bisher super Playoffs. Wir konnten den Schalter rechtzeitig umlegen können für die Serie, wir sind als Team zusammengewachsen. Unser Coach hat viel Expertise, und findet stets die richtigen Worte in der Kabine. Die Fan Aktionen sind toll, wir merken das schon, ist ein guter support. Die ganze Stadt ist im Fieber, das pusht uns schon.

 

Die Eisbären aus Berlin waren wie in der Viertelfinal-Serie auch hier in Zugzwang und mussten alles reinwerfen, um nicht schon frühzeitig die Segel zu streichen. Auf den Ex-Berliner Aubry achteten sie heute bestimmt besonders, damit dieser nicht erneut in Tor Laune geriet und das Team um Serge Aubin quasi im Alleingang eliminieren konnte. Dudas übernahm die Rolle von Depres in der Verteidigung neben McKiernan. Ihre Powerplay Effizienz, die vor diesem Match bei 5,5 % lag, mussten sie dringend verbessern. 

 

Pföderl: „Die Heilung verlief schneller und ich habe mich gut gefühlt. Ich hatte dies schon mal und war deshalb sehr positiv. Das 1. Spiel ist abgehakt, ist nicht mehr zu ändern. Es gibt nichts Schöneres wie Playoff Spiele, wir freuen uns. Unser Powerplay ist schon gut, hat bisher nicht so gut geklappt aber wir probieren es wieder. Wir machten es ihnen vielleicht zu einfach, grad vor unserem Tor müssen wir dies abstellen.“

 

Berlin setzte die ersten Akzente, doch die Hausherren erzielten in Person von Wohlgemuth den fixen Führungstreffer in der 1. Spielminute. Das hatten sich die Eisbären sicherlich ganz anders vorgestellt, denn dem Tor ging ein Scheibenverlust in der Ingolstädter Zone voraus. Die Gäste antworteten mit wütenden Angriffen und Foucault hatte die Megachance, wurde aber noch im allerletzten Moment abgeschüttelt.

 

Dann wechselten sich Top Gelegenheiten auf beiden Seiten ab und die Goalies standen hier im Mittelpunkt. Nun agierte Ingolstadt im ersten Powerplay und wollte seine bereits hervorragende Quote mit über 37 % beibehalten. Berlin überstand diese Drangphase und Leo Pföderl stellte dann seine Bedeutung für die Eisbären wieder mal unter Beweis. Er markierte in der 10. Spielminute den Ausgleich, weil er goldrichtig vor Garteig positioniert war. Der Torschütze hatte sein eigenes Tor sogar noch vorbereitet.

 

Berlin war nun oben auf und Boychuk hatte die perfekte Gelegenheit zur Führung, doch Garteig packte einen Mega Save aus bei eigener Unterzahl. Auf der Gegenseite stand ein Pfostentreffer zu Buche bei den Schanzern, die in Niederberger ihren Meister fanden. Nun tauschten auch die Spieler verbale Wortgefechte aus ohne die Handschuhe abzulegen; jeweils 2 Strafminuten waren die Folge. Nun visierte White für die Berliner das Gestänge an. Für die Defensiv Coaches war die bislang starke Verteidigungsarbeit beider Mannschaften eine Wohltat. Berlin absolvierte 2 Minuten vor Drittelende das erste Überzahlspiel, eine Disziplin, in der sie in den Playoffs noch suboptimal unterwegs waren. Nun fanden sie zügig die Aufstellung und zeigten eine gute Performance ohne jedoch was Zählbares herauszuholen.

 

Es war eine ausgeglichene Begegnung mit viel Körpereinsatz. Berlin fing sich nach dem frühen Rückstand und kam gut an in der Partie. Wohlgemuth: „Das Umschaltspiel funktioniert schon das ganze Jahr ganz gut. Berlin ist offensiv ohnehin gut. Wir müssen hinten und in der neutralen Zone besser stehen, dann kriegen wir es in den Griff“. Richer: „Das frühe Gegentor war ein Fehler in der neutralen Zone. Die Spieler haben gut reagiert und wir sind zurückgekommen. Wir brauchen viele Schüsse auf das Tor mit Rebounds, das ist unser Ziel. Leo hat gut in der Reha gearbeitet, er spielt in Playoffs immer gut: 2 spiele 2 Tore. Ingolstadt macht auch Fehler, die Chancen in Unterzahl müssen wir reinmachen. Es ist heute wie ein Spiel 7.“

 

Das zweite Drittel begannen die Eisbären sehr aggressiv und nahmen den Goalie der Ingolstädter aus jeder Position unter Beschuss. Berlin drängte in den ersten 5 Minuten immens und hatte riesige Chancen im Sekundentakt. Entweder Garteig rettete bravourös oder ein Spieler übernahm dessen Rolle wie Feser gegen Reichel, dann rettete der Außenpfosten und die Panther schienen nun stehen KO zu sein, zumal sie auch lange nicht wechseln konnten.

 

Die Eisbären mussten sich jedenfalls vorwerfen, nichts aus diesen zahlreichen Top Gelegenheiten zu veredeln. Hoffentlich rächte sich dies am Ende nicht. Und schon war es passiert: die Panther brauchen halt wenig und netzten durch Höfflin in der 27. Spielminute gnadenlos ein dank der genialen Vorarbeit von Wohlgemuth, der den Pass verzögerte bis ein Berliner Verteidiger ins Leere rutschte. Mit nur 2 Torschüssen hatten sie einen Treffer erzielt, mehr Effektivität geht eigentlich nicht. Diese erneute Führung für die Panther war sicher ein Wirkungstreffer für die Gäste.

 

Auch das zweite Powerplay von Berlin verpuffte. Wenn es mal einen Rebound von Garteig gab, konnte er zur Seite abwehren, so dass sich wenig Gefahr daraus entwickelte. Die Eisbären demonstrierten eine starke Auswärtsleistung, nur die Tore fehlten noch, die sie in der Hauptrunde wie am Fließband produzierten. In einer 4 auf 2 Konstellation konnten die Eisbären noch rechtzeitig klären, bis dann die Scheibe auf die Latte trudelte und dann tänzelnd hinten ins Netz fiel. Die tolle Scheibenverteilung von Wohlgemuth war heute sehenswert. In der 40. Spielminute musste er jedoch in die Kühlbox. Pföderl war nun der Pfosten im Weg, so dass die Schanzer mit einer hauchdünnen Führung in den Schlussabschnitt gingen.

 

Tuomie: „Wir müssen uns nicht zu viel vorwerfen, wir spielten ein ziemlich gutes Drittel. Wir hatten viele hochprozentige Chancen, die wir nutzen müssen. Ein Konter wurde eiskalt ausgenutzt. Wir müssen genauso weiter spielen im letzten Drittel und mehr Verkehr zum Tor bringen. Wir haben das bisher sehr gut gemacht, ich hätte es auch reinmachen müssen.“

 



 

Im Schlussabschnitt musste Berlin seine Offensivbemühungen fortsetzen und an seiner Effektivität feilen. Sie begannen das letzte Drittel mit einem Powerplay auf frischem Eis. Letztlich war auch ihr drittes Überzahlspiel nicht von Erfolg gekrönt. Nun kam es auf die Schlüsselfiguren im Eisbären Team an, um die Partie noch zu drehen. Die Panther praktizierten ein sehr wirksames 1-2-1 System, das die Berliner selten aushebeln konnten. Ingolstadts schnörkelloses Spiel erwies sich bis dato als ausgesprochen solide und zielführend. Die Hausherren ließen die Berliner nun etwas gewähren, ohne ihren Game Plan aufzugeben und setzten auf ihre brandgefährlichen Konter.

 

Mit Ellis fehlte nun bei den Panthern ein stabiler Faktor in der Defensive, denn er musste auf der Strafbank Platz nehmen. Endlich hat es geklappt mit einem Überzahltor durch White in der 50. Spielminute und Berlin hatte wieder selbst alles in der Hand. Ingolstadt konnte schnell den Schalter umlegen, nahm wieder Fahrt auf und ein Backhander von Simpson verfehlte das Ziel nur denkbar knapp.

 

Die Eisbären waren bald wieder in numerischer Überlegenheit; jetzt nahm Ingolstadt zu viele Strafen in kurzer Zeit. Ein erneuter Pfostenschuss sprang gleich heraus, noch dazu hatte ein Verteidiger sein Spielgerät nicht zur Hand, was die Defensivarbeit noch erschwerte. Zum Glück für die Hausherren blieb es beim Remis. Die üblichen Provokationen waren nun an der Tagesordnung hin zur Crunchtime. Die Panther durften nicht von ihrem Match Plan abweichen.

 

Berlin forcierte den Druck und die Ingolstädter warfen sich heroisch in deren Schüsse. 63 Sekunden vor Ende versetzte McKiernan mit seinem schon 5. Playoff Tor seine Farben in Verzückung und erzielte das 3 zu 2. Berlin drehte die Partie vollends und Shedden nahm Garteig gleich vom Eis, was aber nichts mehr einbrachte. Trotz zweimaligem Rückstand holten sich die Eisbären den Sieg auch dank ihrer Special Teams, die heute den Ausschlag gaben. Ingolstadts Coach Shedden durfte nun seinen runden Geburtstag ohne das Finaleinzugsgeschenk begehen. Damit entscheidet sich diese spannende Halbfinalserie in zwei Tagen am 30.4. in Berlin.

 

Stimmen zum Spiel:

 

Berlin – Aubin (Headcoach):

„Wir blieben bei unserem Spiel aus dem zweiten Drittel. Wir hielten als Team zusammen. Es zahlt sich aus, dort zu sein, wo es weht tut, vor dem Tor, wo wir mehr Verkehr kreierten. Zweikämpfe gewinnen und immer daran glauben.“

 

Ingolstadt – Regan (Assistenzcoach):

„Die Überzahl für Berlin war zu viel, wir wussten, dass Berlin über 60 Minuten kommen wird. Wir haben unser Spiel gespielt, waren defensiv gut. Das Momentum ging durch die Strafzeiten an den Gegner über. Wir brauchen mehr Scheibengewinne, müssen mehr Zweikämpfe gewinnen, Torchancen kreieren, dann wird es ein ganz anderes Spiel in Berlin.“

 

Spiel vom 28.04.2021

Ingolstadt – Berlin 2:3 (1:1|1:0|0:2)

 

Tore:

1:0 |01| Wohlgemuth (Wagner, Marshall)

1:1 |10| Pföderl (Hördler, Reichel)

2:1 |27| Höfflin (Wohlgemuth, Storm)

2:2 |50| White (Noebels, Depres) PP1

2:3 |59| McKiernan (Boychuk, Müller)

 

1. Drittel Statistik:   15:9 Schüsse, 15:8 gewonnene Bullys, Strafminuten: 4:6

2. Drittel Statistik:   2:11 Schüsse, 5:11 gewonnene Bullys, Strafminuten: 4:0

3. Drittel Statistik:   3:10 Schüsse, 11:11 gewonnene Bullys, Strafminuten: 4:0

 

Zuschauer: Keine  

Schiedsrichter:  Schrader/ Rohatsch

 

Aufstellung:

 

Ingolstadt: Garteig, Bodie, Ellis, Kuffner, Aubry, Simpson, Wagner, Marshall, Höfflin, Wohlgemuth, Storm, Quaas, Schütz, DeFazio, Feser, Elsner, Pruden, Detsch, Soramies, Stachowiak.

 

Berlin: Niederberger, Hördler, Wissmann, Tuomie, Olver, Boychuk, McKiernan, Dudas, Pföderl, Reichel, Noebels, Ramage, Müller, Foucault, Zengerle, White, Mik, Fiore, Streu, Labrie.

 



Deutsche Eishockey Liga (PENNY-DEL)

DEL 25Jahre Logo silberDie Deutsche Eishockey Liga (PENNY-DEL) ist die höchste deutsche Eishockey-Spielklasse und wurde im Jahr 1994 gegründet. Am Spielbetrieb nehmen 14 Proficlubs (Kapitalgesellschaften) teil und der aktuelle DEL-Rekordmeister sind die Eisbären Berlin mit 7 Meisterschaften.

 

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