DEL - Die Kölner Haie bezwingen den amtierenden Deutschen Meister Mannheim mit 2:1 in der Verlängerung

 

(DEL/Köln) (ST) Am heutigen Eishockey-Spieltag erwarteten die Kölner Haie den amtierenden Meister, die Adler aus Mannheim, in der LANXESS Arena in Köln. 16.243 Zuschauer, darunter über 20 Busse gefüllt mit Mannheimer Fans, sahen dabei den 2:1 Sieg der Haie nach der Verlängerung und ein starkes Spiel von Hannibal Weitzmann, der die Kölner mit seiner souveränen Leistung im Spiel hielt.

 

 

 

Foto: Ingo Winkelmann


 

 

Nach den letzten Niederlagen gegen München und Bremerhaven wollte Köln wieder zurück in die Spur finden und gewinnen. Zuletzt waren die Haie in der Tabelle auf den 12. Platz abgerutscht. Dies entsprach sicherlich nicht den Zielvorgaben der Mannschaft. Bislang läuft die Saison nach 16 gespielten Partien eher schwierig. Es gibt an einigen Stellen noch Baustellen, die behoben werden müssen. So fehlt in der Offensive oft die Chancenverwertung und das effiziente Zusammenspiel. Es harmoniert noch nicht ganz. Nicht jeder Spieler ruft sein volles Potential ab. Auch das Powerplay der Haie läuft noch nicht ganz rund.

 

Mike Stewart erklärte vor dem Spiel in einem Interview, dass es für ihn wichtig sei, dass die Mannschaft mit Einsatz, Biss und Energie auftrete. Streckenweise haperte das in der Vergangenheit noch etwas. Es gab Spiele, in denen der Kampfgeist fehlte, doch es gab auch Spiele, in denen dieser deutlich da war, doch das Ergebnis dies nicht unterstrich. Gegen Mannheim wollte Köln demnach energisch und mit Kraft auflaufen.
„Mannheim ist von vorne bis hinten stark besetzt. Aber für mich ist in diesem Spiel vor allem eines wichtig: Wie präsentieren wir uns? Wir müssen von der ersten Sekunde an hellwach sein, wenn wir den amtierenden Meister schlagen wollen.“, erklärte Headcoach Mike Stewart zuvor. (Quelle: www.haie.de)


Doch auch für Mannheim könnte es besser laufen, riefen auch hier die Spieler nicht ihr volles Potential ab. Mit Platz vier in der Tabelle vor dem Spiel standen die Adler aber nicht so schlecht da wie die Kölner Mannschaft. Das erste Aufeinandertreffen beider Rivalen entschied der KEC mit 1:2 in der SAP Arena knapp für sich.

 

Die Kölner müssen weiterhin auf Moritz Müller und Gustaf Wesslau verzichten.

 

Das erste Drittel begann besser für die Mannheimer Adler. Sie konnten in der 5. Minute das Powerplay zum Führungstreffer nutzen. Jakub Kindl musste wegen Haltens auf die Strafbank und Marc Katic schoss relativ schnell zu Beginn des Powerplays den Puck an Hannibal Weitzmann vorbei in die Ecke des Tors. Mannheim zeigte bisher ein strukturiertes Eishockeyspiel. Köln erarbeite sichtbar einige Chancen, diese blieben aber ungenutzt und waren oft zu schwach oder ungenau, um wirklich gefährlich zu sein. Köln sollte im zweiten Drittel mehr Engagement und Einsatz zeigen, um noch auszugleichen. 

 

Im zweiten Drittel wirkten die Haie zunächst frischer, nachdem sie aus der Kabine kamen. Sie konnten sich einige Zeit im Angriffsdrittel festsetzen. In der 22. Minute hatte der KEC die Möglichkeit im Powerplay zu punkten, doch das Überzahlspiel lief noch nicht rund. Die Chance blieb ungenutzt. Auch in diesem Drittel blieb Mannheim etwas fokussierter. Doch Köln hielt nun besser dagegen als im Drittel zuvor. Ein weiteres Powerplay konnte der KEC dann zum Ausgleich nutzen. 17 Sekunden waren die Haie noch in Überzahl, als Ben Hanowski mit einem starken Schuss einnetzte. Kurz darauf erhielt Alexander Oblinger eine Zwei-Minuten Strafe wegen Behinderung. Doch auch Mannheims Markus Eisenschmid musste wenige Sekunden später auf die Strafbank wegen hohen Stocks, so spielten beide Mannschaften vier gegen vier. Es fiel jedoch auf keiner Seite ein Tor. In der 38. Minute musste Köln eine weitere Unterzahlsituation überstehen, Hanowski musste zwei Minuten wegen Hakens absitzen. Mannheim konnte nicht punkten und so endete der Mittelabschnitt mit 1:1.

 

Im letzten Drittel versuchte es Mannheim erneut mit Druck zum Kölner Tor. Ein Powerplay der Haie in der 44. Minute blieb ungenutzt. Tim Schützle musste auf die Strafbank wegen Behinderung. 
Hannibal Weitzmann hielt Köln gut im Spiel, er entschärfte so einige Torschüsse der Mannheimer. Diese bissen sich heute an ihm die Zähne aus. 
Eine erneute Überzahlsituation in der 49. Minute, nachdem Björn Krupp wegen Spielverzögerung auf die Strafbank musste, führte zu keinem Tor. Im weiteren Verlauf des Drittels versuchten beide Mannschaften in Führung zu gehen, Mannheim erarbeite sich Möglichkeiten, blieb aber ineffektiv im Abschluss. So endete das Spiel in der regulären Spielzeit mit einem Unentschieden von 1:1 und ging in die Verlängerung. 

 

 



 

In der Verlängerung überstanden die Haie zunächst ein Powerplay der Adler. Jon Matsumoto musste wegen Stockchecks zwei Minuten auf die Strafbank. Die Mannheimer konnten den Puck nicht ins Tor befördern, nicht zuletzt aufgrund der Saves von Weitzmann. Kurz darauf erhielt auch Mannheim eine Strafe. Die Haie nutzten im Gegensatz zu den Mannheimern zuvor aber das Powerplay und schossen das entscheidende letzte Tor. Matsumoto war der Siegschütze. Die Haie gewinnen in der Verlängerung mit 2:1 gegen den amtierenden Meister aus Mannheim.

 

Insgesamt hakt es noch am Zusammenspiel und dem Torabschluss. Die Kölner Offensive gehört in der Liga zu den harmlosesten Offensiven. Die Angreifer bleiben häufig hinter ihren Möglichkeiten und schöpfen ihr Potential nicht voll auf. Sie verlassen sich streckenweise zu sehr auf die anderen, werden selbst aber nicht mutig. Streckenweise wirken die Haie unstrukturiert im Gegensatz zu ihren Gegnern. 


Die Kölner Mannschaft verlor zu oft die Scheibe und die Zweikämpfe. Doch das Selbstvertrauen und die Sicherheit müssen sich wieder aufbauen, Druck auszuüben wäre sicherlich nicht hilfreich, oft ist es der mentale Aspekt, der die Spieler behindert. Wenn die Haie nun ein paar Siege davontragen, wird sich das letztlich auch in den Köpfen manifestieren und den Spielern mit Selbstvertrauen über die Blockaden helfen. Heute war ein wichtiger Schritt in diese Richtung, Selbstbewusstsein aufzubauen, um wieder sicherer mit den Gegnern umzugehen und Tore zu schießen.


Heute konnte der KEC dagegenhalten und die Mannheimer soweit herausfordern, dass sie sich nie so sicher sein konnten. Hannibal Weitzmann war im Tor ein sicherer Rückhalt für die Kölner Mannschaft. Er hielt fast alle gefährlichen Schüsse und hielt Köln um das ein oder andere Mal gekonnt im Spiel. So behielten die Haie heute zwei Punkte in Köln, zwei wichtige Punkte für die Gesamtbilanz und die mentale Stärke.

 

Am Sonntag geht es für die Haie zu Hause gegen Ingolstadt weiter, 16.30 Uhr beginnt die Partie.

 

 


 

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