DEL - Eisbären Berlin ziehen nach 3:2 Sieg gegen die THOMAS SABO Ice Tigers ins Finale ein

 

(DEL/Nürnberg) Oliver Winkler Mit dem Rücken zur Wand standen die THOMAS SABO Ice Tigers im sechsten Spiel vor heimischen Publikum gegen die Eisbären Berlin. Bislang hatte es in dieser Serie nur Heimsiege gegeben. Die Mannschaft von Rob Wilson verlor im sechsten Spiel drei starke Spieler und musste am Ende eine Niederlage hinnehmen. Obwohl die IceTigers viele grenzwertige Situationen überstanden, hat es am Ende nicht sein sollen. Die Eisbären Berlin ziehen nach einem 2:3 Auswärtssieg ins Finale gegen den EHC Red Bull München ein.

 

 

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(Foto: Birgit Eiblmaier)


 

Die Gäste aus Berlin starteten mit einer Strafzeit ins Spiel. Dane Fox wurde unsanft von James Sheppard niedergestreckt und blieb für wenige Augenblicke regungslos auf dem Eis liegen. Obwohl es ein Foul mit Verletzungsfolge war, erhielt James Sheppard lediglich zwei Minuten wegen Beinstellens. Das war eine sehr fragwürdige Entscheidung der beiden Hauptschiedsrichter, die laut dem Regelbuch fünf Minuten plus Spieldauer hätten vergeben müssen. Dane Fox konnte nicht mehr ins Spielgeschehen eingreifen. Betraft wurde das grenzwertige Vorgehen von Sheppard nicht, den Hausherren gelang es nicht, konstant genug in die benötigte Power Play Konstellation zu kommen. Nur wenige Augenblicke später wurde der Nürnberger Verteidiger Tomas Gilbert gegen die Bande gecheckt und musste ebenfalls von der Partie abtreten. Eine Strafe gab es nicht. Im Nachgang erhielt Patrick Reimer und Jens Baxmann zwei Minuten für übertriebene Härte. Baxmann griff Reimer ins Gesicht und zog ihn so von Petri Vehanen weg, Reimer wehrte sich. Der Start ins Spiel war von beiden Mannschaften unkoordiniert, die Unparteiischen passten sich leider an. Dennoch versuchte sich die Heimmannschaft nach sechs Minuten in einem 4 gegen 3 Power Play. Es war viel Platz auf dem Eis, den Yasin Ehliz ausnutzen konnte. Petri Vehanen konnte den Schlagschuss von Oliver Mebus nicht festhalten, Ehliz stocherte nach und bugsierte den Puck im Tor. Die IceTigers führten, zu diesem Zeitpunkt völlig verdient, mit 1:0. Die Eisbären fanden aber eine Antwort und glichen in der neunten Spielminute, etwas glücklich aber nicht unverdient, durch Frank Hördler zum 1:1 aus. Niklas Treutle wird mit dem Gegentreffer nicht ganz glücklich gewesen sein, zumal der Schuss durchaus haltbar war. Nach dem Ausgleich kamen die Eisbären immer besser ins Spiel und waren näher am zweiten Treffer, als die Hausherren, die für längere Passagen nicht aus der eigenen Zone kamen. Die IceTigers überstanden die Druckphase aber schadlos und trennten sich nach dem ersten Drittel mit einem Unentschieden mit den Eisbären.

 

Im Mittelabschnitt waren die Gäste aus Berlin die bessere Mannschaft. Der Heimmannschaft gelang es kaum, den Puck aus dem eigenen Drittel zu befördern. Das Fehlen von Dane Fox und Tom Gilbert blieb nicht ohne Folgen. In den ersten zehn Minuten hätten die Eisbären das Spiel drehen können. Niklas Treutle und die Defensive der Franken hielt aber stand. Das verschaffte den Sturmreihen der IceTigers nach langer Zeit Aufwind und ermöglichte erste Ausflüge in Richtung Petri Vehanen. Dabei beförderte David Steckel den Berliner Jonas Müller unsanft gegen die Bande. Müller bekam Nasenbluten, die Unparteiischen entschieden auf fünf Minuten plus Spieldauer. Das war nicht unberechtigt. David Steckel hatte Jonas Müller verletzt. Allerdings spielte Jonas Müller wenige Sekunden später wieder, während Dane Fox und Tom Gilbert das Spiel vorzeitig beenden mussten und die Eisbären für diese zwei Fouls keine fünf Minuten, plus Spieldauer, bekamen. Die Zuschauer waren ab diesem Zeitpunkt nicht mehr zu bändigen und pfiffen die Berliner bei jedem Puckkontakt aus. Das trieb die Nürnberger an. Berlin konnte keine vernünftige Power Play Aufstellung finden. Die IceTigers kamen durch starke Einzelaktionen von Patrick Reimer in die offensive Zone. Michael Dupont wusste sich nur noch mit einem Foul zu helfen. Wieder war viel Platz auf dem Eis, wieder profitierten die IceTigers. Oliver Mebus spielte auf Leo Pföderl. Pföderl zog ab und überwand Petri Vehanen zum 2:1 Führungstreffer. Es dauerte allerdings nicht lange, da hatte die Mannschaft von Uwe Krupp bereits die Antwort gefunden. Zwei Minuten vor Schluss des zweiten Drittels schoss Jamison Mac Queen zum 2:2 Ausgleich ein. Somit war vor dem dritten Drittel alles offen, die Hausherren waren zu diesem Zeitpunkt durch das Fehlen von drei Schlüsselspielern allerdings deutlich geschwächt. 

 

Im dritten Drittel neutralisierten sich beide Mannschaften. Beide Teams kamen abwechselnd zu vielversprechenden Möglichkeiten, konnten aber vorerst keine der zahlreichen Chancen verwerten. Drei Minuten vor Schluss fand sich Mark Olver vor Niklas Treutle wieder und chipte den Puck ins Nürnberger Tor. Damit durfte sich Olver über den zweiten Gamewinner in Folge freuen, nachdem er schon die Overtime im fünften Spiel entscheiden durfte. Die Nürnberger beschwerten sich im Nachgang des Gegentreffers darüber, dass einer der Schiedsrichter dem Verteidiger Taylor Aronson behindert haben soll. Das Replay bestätigte das, am Treffer änderte das aber nichts. Rob Wilson nahm Treutle 56 Sekunden vor Schluss vom Eis, die IceTigers spielten nach der Strafe gegen Daniel Richmond zwischenzeitlich ein 6 gegen 4 Power Play, konnten Petri Vehanen aber, trotz guter Möglichkeiten, nicht mehr überwinden.

 

Nach einer spannenden, qualitativ hohen und interessanten Halbfinalserie ziehen so die Eisbären Berlin nach sechs Spielen ins diesjährige Finale ein. Dort wartet der amtierende Meister EHC Red Bull München. Für die Mannschaft von Rob Wilson bleibt zumindest der Bonbon, dass vor der kommenden Saison an der Champions Hockey League teilgenommen wird. Die THOMAS SABO Ice Tigers hatten in jedem Spiel (Spiel 1 in Berlin ausgenommen) genügend Chancen, die Serie zu entscheiden. Es wäre nicht überraschend, wenn die fränkischen Tiger auch in den kommenden Jahren am Halbfinale teilnehmen. Das Gleiche gilt allerdings auch für München, Berlin und Mannheim. 

 



Nuernberg

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