DEL - Die Kölner Haie sind wieder da, sie gewinnen mit 3:1 das 5. Play-off Spiel gegen Grizzlys aus Wolfsburg

 

(DEL/Köln) (ST) Freitagabend und Spiel fünf der Playoff-Viertelfinalserie der Kölner Haie gegen die Grizzlys aus Wolfsburg stand an. Der Tag an dem der Satz: „Alles oder nichts“, galt. 11.368 Zuschauer und die Grizzlys reisten in die LANXESS arena. Die große Frage vor dem Spiel war: Würden die Haie noch einmal die Kurve bekommen? Nach einer bitteren Niederlage am Mittwoch, stand es in der Serie 1:3. Und tatsächlich nach Spiel 5 rückte das Halbfinale wieder in Sichtweite, die Haie gewannen 3:1 und schlossen in der Serie an, der Stand ist nun 2:3.

 

In Köln ist seit Freitag, zumindest spätestens seit Mittwoch Abend die Euphorie gedämpfter. Dies lag an den schlechten Leistungen der Mannschaft der vergangen Spieltage. Sie verloren Spiel 2 in Wolfsburg 3:1, Spiel drei in Köln mit 0:4 und Spiel vier in Wolfsburg mit 5:1. Im Mittwochsspiel spielte der KEC zwar besser, aber hatte kein Glück im Abschluss. Dennoch bleibt es bei einer ernüchternden Bilanz für einen doch auf dem Papier so tiefen und starken Kader. Die Haie standen nun mit dem Rücken zur Wand, Wolfsburg fehlte nur noch ein Sieg, um ins Halbfinale einzuziehen.

 

In den letzten Spielen konnte Köln Wolfsburg nur wenig entgegensetzen. Wolfsburg spielte taktisch klug, offensiv hart und schnell und in der Defensive konzentriert. Zudem hatte Wolfsburg mit den Entscheidungen der Schiedsrichter Glück und die Tore blieben nicht aus. All dies fehlte Köln. Besonders in Unterzahl hatten die Haie Probleme und die Toreffizienz war nicht überzeugend.

 

 



 

Auch abseits des Eises gab es für die Fans des KEC eine brisante Nachricht. Nachdem die Gerüchteküche brodelte und von verschiedenen Medien verkündet wurde, Patrick Hager wechselt in der kommenden Saison zum EHC Red Bull München, wurde er am Donnerstag vom Verein suspendiert. Er spielte demnach ab sofort nicht mehr für den KEC. Laut Medienberichten läge es aber nicht an dem Wechsel, sondern an seiner schwachen Leistung seit Mitte Januar und an teamschädigenden Verhalten seinerseits nach den letzten Spielen. Unklar bleiben dennoch die genauen Gründe, wurde immer wieder betont in der Mannschaft stimme der Teamgeist.

 

Sollte dieses Spiel noch einmal Mut machen? Sollten die Haie doch noch zeigen, was sie eigentlich können? Dies kann nun mit Ja beantwortet werden.


Durch Hagers Fehlen wurden die Reihen im Sturm neu gemischt. Ryan Jones spielte an der Seite von Alex Bolduc und Nico Krämmer, Sebastian Uvira mit Kai Hospelt und Philip Gogulla, Dane Byers zusammen mit T.J. Mulock und Travis Turnnull und schließlich Johannes Salmonsson mit Nick Latta und Jean-Francois Boucher.

 

Das erste Drittel begann seitens der Haie mit Tempo. Der Wille zum Sieg war deutlich spürbar. Die Stimmung war im Gesamten angeheizt und euphorisch. Die Kölner spielten direkt mit Zug zum Tor. Dennoch sollte das erste Tor in der 13. Minute für Wolfsburg fallen. Geriet Fauser checkte Christian Erhoff, der in Puckbesitz war, von hinten und konnte so frei zum Tor laufen. Köln war bis dahin mit mehr Spielanteilen. Durch Wesslau wurde ein 0:2 in der 16. Minute verhindert. Das erste Drittel endete 0:1 für die Gäste.

 

Im Mittelabschnitt kämpften die Haie und erarbeiteten sich einige Chancen. Sie wollten unbedingt ausgleichen. Die Prämisse musste lauten: Tore schießen. Der KEC erarbeitete sich einige Möglichkeiten, doch der Ausgleich sollte erst in Überzahl in der 34. Minute fallen. Mark Voakes erhielt eine Strafe wegen Behinderung. Das Powerplay nutzte Shawn Lalon de nach Vorlage von Fredrik Eriksson. Sofort war die Erleichterung in der Arena spürbar. Eine weiteres Powerplay in der 35. Minute blieb ungenutzt. Doch in der 40. Minute kurz vor Ende des Drittels erzielte der KEC durch Travis Turnnull die Führung. Robert Bin musste zuvor wegen Haltens auf die Strafbank. Das zweite Drittel endete so 2:1 für Köln.

 

Im Schlussdrittel ließen sich die Haie weiterhin nicht aus der Ruhe bringen und konnten das Tempo halten. Wolfsburg setzte alles daran auszugleichen, die wirkten aber durch den Aufwind der Kölner etwas überfordert. Es hieß nun, gut verteidigen und Tore schießen. In der 47. Minute erhielt Ryan Jones eine Strafe wegen hohen Stocks, doch das Unterzahlspiel der Haie war gut und sie verspielten ihre Führung nicht. Die Grizzlys versuchten vehement das Ruder rum zu reisen. Es gelang ihnen jedoch nicht. In der 60. Minute machten die Haie dann den Sack zu. Kai Hospelt schoss ins leere Tor zum 3:1, Endstand.

 

Insgesamt war der Wille der Haie von Beginn an spürbar. Fans und Mannschaft wollten sich nicht geschlagen geben. Die Stimmung war trotz des Serienrückstands überschwenglich. Die Fans standen hinter der Mannschaft und das Team des KEC zeigte unermüdlichen Kampfgeist. Sowohl das Unter- als auch Überzahlspiel war besser als in den Partien zuvor und konnte genutzt werden. In der Defensive verteidigten die Haie ihre Führung clever und ließen den Wolfsburger wenig Raum um zum Zug zu kommen. Schafften die Grizzlys es dennoch sich zum Tor zu kämpfen, war immer noch Gustaf Wesslau da, der wieder überragend hielt und den Überblick bewahrte. Die Frage ob sich die Wolfsburger zu Beginn der Partie vielleicht zu sicher waren und deswegen unkonzentrierter spielten, bleibt belanglos. Festzuhalten bleibt, dass die Haie eine gute Leistung, Kampfeswillen und Teamgeist zeigten.
Das heißt nun, dass für die Kölner die Bärte weiter wachsen.

 

Ein Spiel am Dienstag in Köln ist wieder möglich. Doch am Sonntag muss der KEC erstmal noch in Wolfsburg ran, um 19.00 Uhr ist erstes Bully.





 

Foto: Ingo Winkelmann


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