(DEL/Wolfsburg/Düsseldorf) (MM) Je länger eine Serie dauert umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie reißt. 3 Siege in Folge, 3 Shutouts.... Auf dem Papier ist die Partie auch eindeutig. Die Grizzlys gewannen 10 der letzten 15 Partien in Düsseldorf. Es trifft der Tabellenvierte auf den Tabellen-13. Mit einem Sieg könnten die Grizzlys auf den 2. Platz vorrücken. Aber Pavel Gross warnt auf der Homepage: „Sicher machen die Jungs aktuell einiges richtig. Aber es gibt genug Dinge, an denen wir arbeiten müssen. Lassen wir nach, machen wir einen Schritt zu wenig, dann bekommen wir Probleme.“ Was sollte es nun werden? Ein klarer Sieg für den Favoriten oder der Stolperstein bei einem vermeintlich leichten Gegner? Oder ein sensationeller 4. Shutout?
Zuerst waren die Hausherren gefährlich. Düsseldorf gleich mit gutem Forecheck und Felix Brückmann hatte einiges zu tun. Es gab in der 3. Minute eine frühe Strafe gegen Wolfsburg. Sollte die Shutoutserie jetzt reißen? Doch die Defense der Grizzlys war in letzter Zeit überragend. Die DEG hatten einige gute Möglichkeiten, aber die Wolfsburger blockten die Schüsse. Kaum komplett hatte Gerrit Fauser den Führungstreffer auf dem Schläger, doch er traf nur den Pfosten. Die Gäste waren jetzt wacher und kamen besser ins Spiel. Die nächste Möglichkeit war ein Schuss von Christoph Höhenleitner, allerdings direkt in die Fanghand von Mathias Niederberger. Nun gab es Chancen auf beiden Seiten. Die Torhüter waren aber auf dem Posten und ließen sich nicht überwinden. Noch einmal mussten die Grizzlys zeigen, warum sie die zweitbeste Mannschaft im Unterzahlspiel sind. Relativ problemlos hielten sie die DEG vom eigenen Tor weg. Kurz danach folgte ein Powerplay für die Wolfsburger. Die Grizzlys kamen schnell in die Aufstellung und hatten mehrere Möglichkeiten durch Voakes. Als nach 1,5 Minuten die Reihen gewechselt wurden, rettete erneut der Pfosten für die DEG nach einem von Tyler Haskins abgefälschten Schuss. So ging es torlos in die Drittelpause und Felix Brückmann konnte weitere 20 Minuten ohne Gegentor verbuchen.
Das zweite Drittel begann mit einer Chance für die DEG. Curchaine setzte sich mit einer Einzelleistung durch, doch Fabio Pfohl übte sich als Verteidiger und verhinderte im letzten Moment den Torschuss. Es war ein ausgeglichenes Spiel, da sich beide Mannschaften neutralisierten. Wolfsburg hatte nach wie vor die gefährlicheren Möglichkeiten. Die DEG prüfte Felix Brückmann noch nicht ernsthaft. Nach einer weiteren Strafe gegen die DEG waren die Gäste erneut in Überzahl. Sie spielten wieder ein überzeugendes Powerplay. Mathias Niederberger musste 3x retten. Auch als die Hausherren wieder komplett waren, setzten die Grizzlys nach. Verpassten immer wieder knapp. Es gab noch zwei sehenswerte Chancen für die Düsseldorfer EG. Felix Brückmann rettete mit Spagat und behielt die Nerven. Das zweite Drittel endete ebenfalls ohne Tore. Bisher war es ein Spiel ohne die ganz großen Möglichkeiten und lebte von der Spannung, wann und durch wen das erste Tor fallen würde.
250 Minuten war Felix Brückmann jetzt ohne Gegentor. Sollte er das Spiel wieder zu Null überstehen? Das wäre DEL-Rekord. Auch zu Beginn des Schlussabschnittes wirkte das Spiel etwas zäh. Vielleicht war es der ungewohnte Termin in der Woche, hatten doch beide Mannschaften auch schon am Wochenende gespielt. Druck aufs gegnerische Tor wurde nur in Powerplaysituationen ausgeübt. Doch sowohl eine Strafe gegen Düsseldorf als auch gegen Wolfsburg konnte nicht genutzt werden. Das 1:0 für Wolfsburg fiel aus dem Nichts. Da Mathias Niederberger nicht von vorn zu bezwingen war, versuchte es Stephen Dixon aus der Rundung und noch hinter der Torlinie stehend, sah wohl die kleine Lücke und schoss den Goalie der DEG an die Schulter. Von da ging der Puck ins Tor. Jetzt waren noch 9 Minuten zu spielen. Die DEG rannte wütend an, nachdem ein schwerer Check gegen Norm Milley nicht geahndet worden war. Nach einer längeren Unterbrechung wegen einer defekten Strafbanktür fiel nach Wiederanpfiff der 2. Treffer der Gäste. Das Tor wurde nach Videobeweis gegeben. Tyson Mulock war der Schütze. Jetzt hieß es für die Gäste aus Wolfsburg, in den letzten 3 Minuten nur noch, den 4. Shutout zu sichern. Wolfsburg spielte nach vorn und hielt auch gegen 6 Feldspieler in der letzten Minute die Scheibe vom eigenen Tor fern. Somit war der Rekord perfekt. Felix Brückmann ist der erste Torhüter der DEL mit 4 Shutouts in Serie.
Fazit: Arbeitssieg für Wolfsburg, DEL Rekord für Felix Brückmann
Endergebnis:
Düsseldorfer EG gegen Grizzlys Wolfsburg 0:2 (0:0|0:0|0:2)
Tore:
0:1 | 51:22 | Stephen Dixon (Höhenleitner)
0:2 | 56:33 |Tyson Mulock (Aubin)
Bericht: Martina u. Jörg Matthias
Foto: Birgit Häfner (eishockey-online.com)