(DEL/Wolfsburg) (JM) Die Gäste wollten eine Negativ-Serie beenden: Seit 2010 gewannen die Ice Tigers nur 2 von 20 Spielen gegen die Grizzlys. Weiterhin schieden sie jedesmal in den Playoffs gegen die Mannschaft um Kapitän Tyler Haskins aus, zuletzt im Halbfinale 2015/16. Mit einem weiteren Heimsieg könnten sich die Grizzlys gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um die Playoffplätze durchsetzen und sich gleichzeitig an der Tabellenspitze etablieren. Pavel Gross musste dabei auf den verletzten Alexander Dotzler und den für den Kooperationspartner Crimmitschau auflaufenden Alexander Karachun verzichten. Bei den Ice Tigers fehlten Jens Mailleur und Marcus Weber.
Das erste Drittel begann ohne großes Abtasten mit Chancen auf beiden Seiten. Die erste richtige Möglichkeit ergab sich, als Fabio Pfohl die Scheibe eroberte und auf und davon ging. Seinen Pass auf Gerrit Fauser konnte dieser nicht verwerten. Nachdem Yasin Ehliz in der 4. Minute wegen Stockschlags vom Eis musste, ergab sich das erste Powerplay für die Grizzlys Wolfsburg. Als auch noch David Steckel vom Eis musste, hatten die Wolfsburger für 45 Sekunden doppelte Überzahl. Diese konnten sie nicht in Zählbares umwandeln. Das gefürchtete Powerplay ließ auf sich warten. In der 9. Minute war plötzlich Alexander Weiss alleine vor Andreas Jenike, der aber souverän hielt. Einen von Yasin Ehliz angeschobenen Konter auf Milan Jurcina, der auf den Topscorer der Ice Tigers Patrick Reimer weiterleitete, führte zum 0:1 aus Wolfsburger Sicht. Reimer verwandelte eiskalt in den Winkel. Danach mussten sich die Grizzlys sammeln und Sebastian Vogl konnte sich mehrfach auszeichnen. Ein erstes Unterzahlspiel nach einer Strafe gegen den Kapitän Tyler Haskins blieb ohne Folgen. Einen Alleingang von Christoph Höhenleitner konnte die Abwehr der Ice Tigers erst kurz vor dem Tor beenden. Die Grizzlys wollten noch vor der Pause den Ausgleich erzielen. In den letzten 3 Minuten vor der Pause deckten sie den Kasten von Andreas Jenike mit Schüssen ein. Trotz einer weiteren Strafe gegen Nürnberg blieb es beim Pausenstand von 0:1.
Ein unkonzentrierter Beginn der Hausherren in Überzahl ließ die Gäste immer wieder gefährlich ins Drittel kommen. Allerdings ohne die ganz zwingenden Möglichkeiten. Die erste erwähnenswerte Aktion war ein verdeckter Schuss von Jeff Likens, der knapp am Tor vorbeiging. Die Gäste aus Nürnberg wirkten zu diesem Zeitpunkt insgesamt schneller und konstruktiver. Eine Strafe gegen Brandon Segal konnte nichts am Spielstand ändern. Im Powerplay fehlte den Grizzlys heute die entscheidende Idee. Leichte Puckverluste unterbrachen immer wieder die Bemühungen der Grizzlys, den Ausgleich zu erzielen. 2 schnelle Strafen gegen Wolfsburgs Tyler Haskins und Björn Krupp sorgten für 1:24 doppelte Überzahl für die Ice Tigers. Doch ließen die Grizzly keine weiteren Tore zu. Die aufgeheizte Stimmung entlud sich bei einer Rangelei zwischen Patrick Reimer und Jeff Likens, blieb aber ohne Folgen. Anschließend hielt Sebastian Vogl seine Mannschaft mit einem BigSave im Spiel. Bei einem 4 gegen 4 hatte Gerrit Fauser die Möglichkeit, ein 2 auf 1 abzuschließen. Knapp vorbei. Im Gegenzug hatten die Nürnberger die Chance, aber Sebastian Vogl mit Übersicht, langem Arm und Schläger verhinderte den 2. Treffer der Nürnberger. So ging es wieder mit dem gleichen Spielstand in die Kabinen.
Im letzten Abschnitt waren gerade 2:04 gespielt, als Gerrit Fauser einen Pass abfängt. Sein Pass auf Alexander Weiß wurde von diesem eiskalt zum Ausgleich verwandelt. Wolfsburg mit der zweiten Lunge und den besseren Möglichkeiten. Alexander Weiss und Gerrit Fauserr scheiterten aber immer wieder am gut aufgelegten Torhüter der Nürnberger Andreas Jenike. Mitten in diese Drangphase der Wolfsburger musste Jeff Likens auf die Strafbank. Das blieb aber ohne Folgen. Von der Strafbank kommend hatte er die Chance auf die Führung, wurde aber von gleich 3 Nürnbergern abgedrängt. Bei angezeigter Strafe wegen Angriffs auf den Wolfsburger Torhüter Sebastian Vogl erzielte Sebastian Furchner den vielumjubelten Treffer zum inzwischen verdienten 2:1. Eine Abwehrschlacht nach Strafe gegen Armin Wurm begann. Immer wieder konnten sich die Grizzlys befreien und zwangen die Ice Tigers zum Neuaufbau. Aufopferungsvoll wurde der Ausgleich verhindert. 30 Sekunden vor dem Ende verfehlte Mark Voakes das inzwischen verlassene Tor der Gäste. Eine Strafe gegen Patrick Reimer erleichterte den Wolfsburgern, die volle Punktzahl nach Hause zu fahren.
Fazit:
Ein hitziges Spiel mit anfänglichen Vorteilen für die Gäste wurde nach dem Ausgleich zum verdienten Heimsieg umgemünzt. Die Grizzlys gaben nie auf und waren nach dem Ausgleichstreffer die spielbestimmende Mannschaft, obwohl die Gäste beim Konter immer gefährlich waren.
Belohnung war die Tabellenführung.
Endergebnis:
Grizzlys Wolfsburg gegen Tomas Sabo Ice Tigers 2:1 (0:1|0:0|2:0)
Tore:
0:1 | 11:16 | Patrick Reimer (Jurcina, Blacker)
1:1 | 42:04 | Alexander Weiß (Fauser)
2:1 | 53:31 | Sebastian Furchner (Pfohl, Dehner)
Zuschauer:
2.061
Aufstellung Wolfsburg:
#90 Brückmann, #25 Vogl, #29 Ersel
#2 Dehner, #3 Sharrow, #7 Dotzler, #9 Likens, #12 Wurm, #20 Seifert, #28 Bina, #44 Krupp
#10 Haskins, #11 Aubin, #17 Furchner, #21 Höhenleitner, #22 Dibelka, #23 Fauser, #24 Karachun, #26 Mulock, #43 Weiss, #49 Voakes, #60 Riefers, #81 Foucault, #95 Pfohl
Aufstellung Nürnberg:
#29 Jenike, #32 Reimer, J.,
#2 Festerling, #5 Syvret, #9 Blacker, #22 Mebus, #23 Martinovic, #33 Teubert, #68 Jurcina,
#17 P. Reimer, #19 Kozek, #21 Buzas, #26 Segal, #28 Reinprecht, #39 Steckel, #42 Ehliz, #47 Pfleger,
#74 Filin, #77 Möchel, #91 Dupuis, #93 Pföderl
Bericht: Martina u. Jörg Matthias
Foto: Britta Koglin