Bayernliga - Interview mit Maximilian und Lukas Jentsch vom EV Füssen

 

(Bayernliga/Füssen) PM Die Familie Jentsch brachte sich beim Neustart des Füssener Eishockeys von Anfang an mit ein. Lukas war dabei der jüngste Vorstand, den ein EV Füssen je hatte. Sein Nachfolger wurde sein Cousin Maximilian. Nach der Amtszeit von drei Jahren werden sich beide bei der nächsten Mitgliederversammlung nicht mehr zur Wiederwahl stellen.

 

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( Foto EV Füssen )


 

 
Lukas und Max, ihr wart bei der Neugründung des Eissportvereins Füssen vom Start weg mit dabei, werdet steht aber nicht für eine weitere Amtszeit zur Verfügung. Was sind eure Beweggründe?

 

Max: Bei mir war das von Anfang an so geplant und ist auch im engsten Kreis immer so kommuniziert worden. Einen Verein in dieser Größe über drei Jahre nebenberuflich zu führen war eine riesige Herausforderung, welche ich aber gerne angegangen bin. Jedoch muss man nach einer tollen und äußerst erfolgreichen Zeit auch den Absprung schaffen. Ich möchte mich beruflich noch weiter entwickeln, und das ist mit dem Arbeitsaufwand beim EVF auf lange Sicht leider nicht kombinierbar.

 

Lukas: Kurz bevor ich 2015 Vorstand wurde, war mein eigentlicher Plan noch, für einen Vertrag in der zweiten Liga vorzuspielen. Mein Entschluss, mit dem aktiven Eishockey aufzuhören und meinen Fokus darauf zu legen, den Verein mit aufzubauen, war im Nachhinein die richtige Entscheidung. Für mich war das immer eine Herzensangelegenheit. Ich bin froh, dass Max nach drei Monaten den Posten des Vorsitzenden übernommen hat, das hat mir den Weg für meine berufliche Karriere geebnet. Die Ressorts Marketing und Sponsoring konnte ich auch von Köln aus leiten, wo ich neben einem Job auch noch in den finalen Zügen meines Studiums bin. Dies hat mich in den letzten drei Jahren zusammen mit der Vereinsarbeit enorm eingenommen. Da ich beruflich den nächsten Schritt gehen und auch das Studium endlich abschließen möchte, habe ich entschieden, mich nun aus dem Vorstand zurück zu ziehen.

 

 

Wie seht ihr innerhalb dieser drei Jahre denn die Entwicklung, welche der Verein genommen hat?

 

Max: Wenn mir zu Beginn jemand gesagt hätte, was wir in dieser Zeit alles schaffen, hätte ich ihn wahrscheinlich ausgelacht. Man muss sich nur vor Augen führen, was wir anfangs übernommen haben. Das Füssener Eishockey war ein Patient und musste von Grund auf saniert werden. Da waren für uns nicht wenige schlaflose Nächte dabei, aber wenn man das Resultat nach diesen drei Jahren sieht, dann macht das einen natürlich super glücklich und auch ein wenig stolz. Anfangs waren wir zum Beispiel 16 Mitglieder, heute 700, haben 186 aktive Nachwuchsspieler im Verein.

 

Lukas: Oft bin ich selbst überrascht, was wir in dieser kurzen Zeit mit ehrenamtlichen Mitteln auf die Beine gestellt haben. Gerade das Marketing ist als Aushängeschild des Vereins sehr wichtig. Wir konnten deutschlandweit sehr viel auf den EVF aufmerksam machen, haben es geschafft, dass sich das Umfeld wieder mit dem Verein identifiziert. Hier bin ich meinem kleinen Marketing-Team dankbar, das mich ehrenamtlich in den verschiedenen Bereichen unermüdlich unterstützt hat. Die Traditionsmarke EV Füssen ist wiederbelebt, das zeigt sich vor allem im Social Media Bereich, den Printmedien, den steigenden Merchandising-Verkäufen, und nicht zuletzt bei den Zuschauerzahlen. Diese positive Welle konnten wir auch auf das Sponsoring übertragen, haben hier ein tolles Netzwerk aus bislang über 70 regionalen und überregionalen Partnern aufgebaut. Das garantiert uns Stabilität auf der Einnahmenseite, bietet aber auch Spielern eine berufliche Perspektive.

 

 



 

 

Was waren in eurer Amtszeit die vielleicht interessantesten Aufgaben bzw. Augenblicke?

 

Max: Den Verein wirtschaftlich zu sanieren, sportlich wettbewerbsfähig zu machen, den Nachwuchs zu stärken, und vor allem die Leute wieder für den EV Füssen zu begeistern. Nur mit einer Basis kann der Verein mittelfristig erfolgreich sein und weiter wachsen.

 

Lukas: Neben den Aufstiegen und Meisterschaften war es schön zu sehen, was wir für Begeisterung für den Verein entfachen konnten. Man hat natürlich gemerkt, dass man nicht einen Schritt vor dem anderen machen kann, sondern man finanziell sehr verantwortungsbewusst planen und über die Jahre stetig versuchen muss, gesetzte Ziele zu erreichen. Das ist uns in manchen Bereichen besser gelungen, in anderen braucht es mehr Zeit und auch Unterstützung von außen.

 

 

Ein kleiner Ausblick auf die Zukunft: Wie seht ihr den weiteren Werdegang des EVF, und bleibt ihr dem Verein in anderer Funktion erhalten?

 

Max: Der Verein hat heute eine ganz andere Ausgangssituation als noch zu Beginn. Die Voraussetzungen sind geschaffen, um die nächsten Jahre weitere Schritte nach vorne zu machen und erfolgreich zu sein. Wirtschaftlich stehen wir auf soliden Beinen dank unserer Partner und der treuen und seit der Bezirksliga stabilen Zuschauerbasis, die uns seit Neubeginn begleitet. Funktionen werde ich im Verein in nächster Zeit erst einmal nicht ausüben. Ich habe die drei Jahre sehr viel Energie in den EVF investiert, dabei hatte ich für viele Personen, die mir wichtig sind, zu wenig Zeit. Aber ganz aus der Welt ist man natürlich nicht, und ich werde den Verein sicherlich bei dem einen oder anderen Projekt unterstützen.

 

Lukas: Ich denke, wir haben mit Vorstand und Wirtschaftsbeirat ein stabiles Fundament für die Zukunft geschaffen. Es gibt natürlich noch einige Hausaufgaben für die künftigen Jahre, aber diese können bewältigt werden. Ich persönlich würde mir wünschen, dass es mehr Leute gibt, die mit helfen, anstatt nur alles besser zu wissen, das schadet dem Verein mehr als dass es ihn weiter bringt. Für mich steht der Fokus jetzt zunächst auf Studium und Beruf, aber im Hintergrund werde ich natürlich den neuen Marketingleiter für einen guten Übergang unterstützen.

 

 

 


 

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Weitere interessante Links:

 

www.deutschlandcup.de - Die Geschichte des Deutschlandcup seit der Gründung im Jahr 1987

www.eishockey-deutschland.info  - Alle Eishockey Weltmeisterschaften, Olympische Spiele seit 1910.

 

 

 

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